Versicherungen: So gehen Sie beim Eigenheim auf Nummer sicher - DER SPIEGEL
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Versicherungen So gehen Sie beim Eigenheim auf Nummer sicher

Bauherren brauchen Versicherungsschutz - und können dabei viel Geld sparen: Die Preisunterschiede bei Haftpflicht- und Bauleistungsversicherungen sind enorm. Prüfer der Zeitschrift "Finanztest" haben die Angebote verglichen. Die Ergebnisse im Überblick.
Neubau: Wenn der Bau steht, ändert sich der Versicherungsbedarf
Neubau: Wenn der Bau steht, ändert sich der Versicherungsbedarf

Neubau: Wenn der Bau steht, ändert sich der Versicherungsbedarf

Foto: Armin Weigel/ picture alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bauherren tragen viel Verantwortung. Auch wenn sie einen Architekten, Bauunternehmer oder Bauhandwerker beauftragen, können Hausbauer immer zur Verantwortung gezogen werden. Schließlich haben sie das Bauvorhaben veranlasst. Deshalb ist zumindest eine Bauherren-Haftpflichtversicherung laut der Zeitschrift "Finanztest" unbedingt notwendig. Sie schützt Bauherren vor Ansprüchen auf Schadenersatz, wenn Dritte auf der Baustelle zu Schaden kommen. Werden Menschen verletzt, können die Schadenersatzansprüche in die Millionen gehen: Arzt-, Krankenhaus- und Pflegekosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld und möglicherweise eine lebenslange Rente für die Opfer oder Hinterbliebenen.

Der Beitrag für die Versicherung richtet sich laut "Finanztest" nach der Höhe der Bausumme. Die Preisunterschiede sind enorm. Beispiel: Für eine Bauherrenhaftpflicht bei einer Bausumme von 250.000 Euro verlange der günstigste Versicherer Huk-Coburg Allgemeine einmalig 98 Euro, die Allianz dagegen 315 Euro. Die Leistungen seien vergleichbar. Kommen Dritte zu Schaden, seien sie darüber bis zu 15 Millionen Euro Versicherungssumme geschützt. 9 der 40 untersuchten Versicherer bieten ohne höhere Beiträge einen Rundumschutz, der auch Sachschäden umfasst - also durch die allmähliche Einwirkung von Feuchtigkeit, Senkung des Grundstücks oder Erdrutsch.

Für den Umbau oder Ausbau einer Immobilie in Eigenleistung, etwa einen Dachausbau, sei meist keine spezielle Bauherren-Haftpflichtversicherung nötig. Viele Privathaftpflichtversicherungen decken laut "Finanztest" auch kleinere Bauvorhaben mit ab. Je nach Police greife der Schutz bis zu einer Bausumme von 25 000 Euro, 100 000 Euro oder sogar unbegrenzt.

Diebstahl von Baumaterialien ist nie versichert

Geht es nicht um Schäden, die andere erleiden, sondern um solche am eigenen Bau, kommt die Bauleistungsversicherung ins Spiel. Sie hilft beispielsweise, wenn ein Sturm das Mauerwerk einreißt, eine Überschwemmung die Bausubstanz beschädigt oder Diebe bereits eingebaute Heizkörper oder Türen mitnehmen. Ohne finanzielle Rücklagen könne ein größerer Schaden unter Umständen dann den ganzen Finanzierungsplan für das Bauvorhaben durcheinander bringen. Der Diebstahl von Baumaterialien oder Werkzeugen ist allerdings nie mitversichert. Dieses Risiko übernimmt kein Versicherer. Auch Schäden durch normale Witterungseinflüsse sind durch die Police nicht gedeckt.

Schäden durch Brand, Blitzschlag und Explosion sind ebenfalls nicht durch die Bauleistungsversicherung gedeckt. Für solche Fälle müssen sich Bauherren extra versichern. Sie benötigen eine Feuerrohbauversicherung, die einspringt, wenn der Rohbau durch einen Brand beschädigt wird. Bauherren können auch zum Baubeginn direkt eine Wohngebäudeversicherung abschließen, in der eine Feuerrohbauversicherung beitragsfrei enthalten ist.

Nach der Bauzeit ändert sich der Versicherungsbedarf. Für die fertige Immobilie bezeichnen die "Finanztest"-Experten eine Wohngebäudeversicherung als sehr sinnvoll. Wer einen über- oder unterirdischen Öltank auf dem Grundstück hat, sollte unbedingt eine Gewässerschadenhaftpflicht-Versicherung abschließen. Sie zahlt, wenn Grundwasser oder Erdreich durch Heizöl verschmutzt wird.

Finanztest (Stiftung Warentest)

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