Gebühren Wenn Barzahlen extra kostet
Geldbörse
Foto: DB Andreas Gebert/ picture alliance / dpaEinige Geschäfte im Einzelhandel verlangen laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") inzwischen Gebühren für das Bezahlen mit Bargeld. Damit experimentieren neben Banken nun auch Handelsunternehmen mit Cash-Gebühren.
Laut dem Bericht stammt der jüngste Fall aus Stuttgart. Ein Kunde musste bei einem Elektrohandel eine Barzahlungsgebühr in Höhe von 25 Euro extra berappen, als er die Reparatur seines Fernsehers bezahlen wollte. Auf der Rechnung war ein entsprechendes Entgelt für eine "abweichende Zahlungsart" vermerkt - ohne dass überhaupt eine andere Zahlungsmöglichkeit angeboten wurde. Das wollte der Kunde nicht auf sich sitzen lassen. Er bat die Verbraucherzentrale um Rat. Diese mahnte den Händler ab.
"So etwas ist rechtswidrig", sagte Verbraucherzentralen-Juristin Dunja Richter der "FAZ". Als man Klage vor dem Landgericht Stuttgart erhoben habe, habe das Unternehmen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Künftig darf die Firma keine 25 Euro für Barzahlung mehr verlangen.
Einen ähnlichen Vorfall gab es laut "FAZ" im vergangenen Jahr bei Flugbuchungsportalen. Die Verbraucherzentrale warf den Internetportalen fluege.de und flug.de vor, zusätzliche Gebühren für unterschiedliche Zahlungswege zu verlangen, um eine eigene Kreditkarte zu fördern. Fluege.de hatte eine "fluege.de Mastercard Gold" beworben, mit der keine zusätzlichen Gebühren anfallen sollten. Andere Zahlungsarten sollten extra kosten, außer einer elektronischen Debitkarte namens "Visa Electron". Ähnlich soll es bei flug.de gewesen sein.
Auch in diesem Fall sind die Verbraucherzentralen der Meinung, es müsse für den Verbraucher eine "gängige und zumutbare" unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit bestehen. "Zumindest eine Zahlungsart muss einem Kunden in Deutschland unentgeltlich zur Verfügung stehen", sagt Verbraucherzentralen-Juristin Richter der "FAZ". Und zwar eine gebräuchliche wie beispielsweise Bargeld - keine exotische.
Tatsächlich ist den Deutschen das Zahlen mit Bargeld immens wichtig: Trotz fortschreitender Digitalisierung will die große Mehrheit niemals vollständig darauf verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Bankhauses ING-Diba unter Verbrauchern in 13 europäischen Ländern sowie in den USA und Australien. Danach stimmten 84 Prozent der Befragten in Deutschland der Aussage zu: "Ich werde nie vollkommen ohne Bargeld auskommen wollen."
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