Wirtschaftskrise: Umsatz im Einzelhandel schrumpft stärker als erwartet - DER SPIEGEL
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Schwacher Konsum, schwache Konjunktur Umsatz im Einzelhandel schrumpft stärker als erwartet

Nach dem Inflationsschock haben sich die Konsumausgaben in der EU noch immer nicht normalisiert, viele Bürger streichen vor allem die Lebensmittelausgaben zusammen. Für die Wirtschaft bedeutet das nichts Gutes.
Einkauf in einem Supermarkt in Nordrhein-Westfalen
Einkauf in einem Supermarkt in Nordrhein-Westfalen

Einkauf in einem Supermarkt in Nordrhein-Westfalen

Foto: David Inderlied / Kirchner-Media / IMAGO

Eigentlich ist der private Konsum die Konjunkturlokomotive: Geben die Menschen (mehr) Geld aus, schieben sie damit die Wirtschaft insgesamt an. In Deutschland entfallen rund 50 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung auf den Konsum. Das Problem: Die Konsumausgaben lahmen seit Monaten, in Europa insgesamt, in Deutschland aber ganz besonders. Das bremst die Wirtschaft.

Und an dieser Front gibt es weiter schlechte Nachrichten. Die Einzelhändler in den Euroländern haben im April Umsatzeinbußen erlitten. Sie hatten 0,5 Prozent weniger in der Kasse als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat mitteilt. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen erwarteten lediglich ein Minus von 0,3 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,7 Prozent im März.

Verbraucher sparen bei Lebensmitteln

Das Geschäft mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak verringerte sich im April um 0,5 Prozent. Die Erlöse außerhalb des Lebensmittelsektors sanken um 0,1 Prozent. Bei Kraftstoffen ergab sich an den Tankstellen dagegen ein dickes Umsatzminus von 2,2 Prozent.

Die Entwicklung ist ein schlechtes Omen für den privaten Konsum, der etwa zwei Drittel der Wirtschaftsleistung im Euroraum ausmacht (mehr über die Kaufzurückhaltung der Deutschen erfahren Sie in dieser Analyse ).

Die Konjunktur hat sich im Laufe des Frühjahrs allerdings etwas berappelt. Der Einkaufsmanagerindex des Finanzdienstleisters S&P Global signalisiert Wachstum im Euroraum und erreichte im Mai den höchsten Wert seit einem Jahr.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht mit einer straffen geldpolitischen Linie, den starken Preisauftrieb zu dämpfen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Sie hat signalisiert, dass nunmehr die Voraussetzungen für eine Zinswende erfüllt sein dürften. Experten erwarten, dass der Schlüsselsatz auf der heutigen Sitzung um 0,25 Prozentpunkte gesenkt wird. Der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz würde damit auf 3,75 Prozent und der Leitzins auf 4,25 Prozent sinken.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Formulierung präzisiert, dass in Deutschland rund 50 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den privaten Konsum entfallen.

beb/Reuters