Wohnungsnot wächst auch außerhalb der Großstädte - DER SPIEGEL
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Studie Auch außerhalb der Großstädte werden die Wohnungen knapp

Wohnungen werden offenbar auch außerhalb von Ballungsräumen in vielen Regionen Deutschlands knapper und teurer. In einem Drittel der Städte und Kreisen sei die Situation problematisch.
Neubauten (in Rostock-Warnemünde)
Neubauten (in Rostock-Warnemünde)

Neubauten (in Rostock-Warnemünde)

Foto: Jens Büttner/ dpa
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In den sieben größten deutschen Städten herrscht regelrechte Wohnungsnot: Das Angebot ist knapp, die Mieten entsprechend hoch. Aber auch außerhalb von Ballungsräumen wird einer Studie zufolge das Angebot an bezahlbaren Wohnungen immer seltener. In einem Drittel der regionalen Wohnungsmärkte fehlt Wohnraum, wie das Gutachterinstitut Prognos ermittelt hat.

In 138 Städten und Kreisen ist die Situation demnach problematisch. Selbst für Haushalte mit mittleren Einkommen werde es immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden, heißt es in der Analyse, die Prognos beim Wohnungsbautag in Berlin vorstellen wird und über die die Nachrichtenagentur dpa vorab berichtete. "Das Phänomen des Wohnungsmangels geht dabei deutlich über die Metropolen und Ballungsräume hinaus."

In Auftrag gegeben hat die Studie das Verbändebündnis Wohnungsbau, zu dem sieben Verbände und Organisationen der Bau- und Immobilienbranche gehören. In den sieben Städten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt - Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart - kann sich laut Studie eine Familie mit einem mittleren Einkommen von 2168 Euro netto weniger als 70 Quadratmeter leisten. Die Experten gehen dabei davon aus, dass eine Familie 35 Prozent des Haushaltseinkommens für die Warmmiete ausgibt. Im Bundesdurchschnitt bekäme man für 759 Euro warm 77 Quadratmeter.

"In vielen Orten können sich selbst Durchschnittsverdiener einen Umzug nicht mehr erlauben. Die Bezahlbarkeit von Wohnraum ist für mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine finanzielle Herausforderung", sagte der Chef der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt, Robert Feiger, der dpa. "Der Wohnungsmangel ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen."

Der Immobilienmarkt scheint damit stark gespalten: Während die Mieten in vielen Regionen immer weiter steigen, werden in einigen Landkreisen deutliche zu viele neue Eigenheime gebaut - dort könnten die Preise künftig deutlich fallen.

Drei Monate vor der Bundestagswahl stellen die Parteien am Donnerstag ihre Pläne gegen steigende Mieten und Wohnungsnot vor. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hält beim Wohnungsbautag des Verbändebündnisses Wohnungsbau in Berlin eine Grundsatzrede. Mit dabei in der "Wahlkampf-Arena" sind auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, SPD-Vize Ralf Stegner, Linke-Fraktionsvize Caren Lay und FDP-Vize Katja Suding. Nach Einschätzung des Verbändebündnisses ist bezahlbares Wohnen eines der fünf wichtigsten Themen im Bundestagswahlkampf.

nck/dpa