Servicegesellschaft Telekom-Mitarbeiter verlieren kaum Einkommen
Durch die verkündete Gehaltskürzung von 6,5 Prozent und vier Stunden Mehrarbeit pro Woche kann die Telekom zwar vordergründig ihre anvisierten Sparziele erreichen und damit die für 2007 angesetzte Gewinnprognose von 19 Milliarden Euro vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen halten.
Gleichzeitig aber vereinbarten die Verhandlungspartner Thomas Sattelberger von der Telekom und Lothar Schröder von Ver.di nach Informationen des SPIEGEL zahlreiche Ausgleichsmechanismen, die sich nicht oder erst später in der Bilanz niederschlagen. So wird neben dem Ausgleichstopf, der 42 Monate lang die Gehaltseinbußen abfedert, ein weiterer Fonds in Höhe von 18 Millionen Euro gebildet, der danach die Einbußen der Mitarbeiter mildert. Gleichzeitig wurde fest vereinbart, dass die Tarifgehälter 2009 und 2010 jeweils neu verhandelt werden und wieder steigen sollen. "Das ganze Paket sorgt dafür, dass die Mitarbeiter bis 2011 nahezu das gleiche Gehalt wie bisher erhalten", sagt Ver.di-Vorstand Schröder.
Dennoch sind die Mitarbeiter skeptisch. Obwohl der Durchbruch bereits am vergangenen Mittwoch erzielt wurde, setzt Ver.di den Streik noch bis einschließlich Mittwoch diese Woche fort. Ziel ist es, die aufgebrachten Mitarbeiter in dieser Zeit von dem Kompromiss zu überzeugen, um die Urabstimmung nicht zu gefährden.
Der Streik wird die ohnehin schwache Finanzsituation von Ver.di noch weiter verschärfen. Die Gewerkschaft zählte während des knapp siebenwöchigen Streiks insgesamt 449.132 Arbeitsniederlegungen, für die mehr als 30 Millionen Euro Streikgeld ausbezahlt werden musste. Inklusive aller sonstigen Aktivitäten summieren sich die Kosten auf rund 40 Millionen Euro.
mik