Servicewüste: Krankenkassen knausern bei Leistungen - DER SPIEGEL
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Servicewüste Krankenkassen knausern bei Leistungen

Die meisten Krankenkassen haben laut der Zeitschrift "Öko-Test" erheblichen Nachholbedarf beim Service. Zudem müssen die Versicherten bei einigen Anbietern happige Verwaltungskosten zahlen.
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Frankfurt am Main - In dem Test des Verbrauchermagazins zu Leistungsumfang und Service erhielt mit der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) nur ein einziges Unternehmen die Note "sehr gut". Mit "gut" schnitten die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und die Hamburg Münchener Krankenkasse (HMK) ab. Bei allen anderen Kassen ließen etwa Bonusprogramme oder Leistungen für Naturheilverfahren zu wünschen übrig.

"Ökotest" hatte in der Umfrage 195 Kassen angeschrieben. Davon verweigerten rund 70 die Teilnahme - teilweise mit "fadenscheinigen Argumenten", wie es in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift heißt.

Immerhin 17 der 25 leistungsstärksten Kassen erreichten bei der Untersuchung noch die Note "befriedigend". Allerdings mussten schon in dieser Spitzengruppe fünf Unternehmen ein "Ausreichend" hinnehmen. Unter dem Strich hätten die meisten der letztlich getesteten 125 Krankenkassen "erheblichen Nachbesserungsbedarf", urteilten die Tester.

Wechsel hilft beim Sparen

Der Untersuchung zufolge können Verbraucher bei einem Kassenwechsel weiter viel Geld sparen. Wer beispielsweise von der AOK Berlin als teuerstem Anbieter zu einer günstigen bundesweiten Kasse wie der BIG Betriebskrankenkasse wechsele, spare 2,5 Prozentpunkte.

Ein Wechsel lohne sich besonders, weil der Arbeitnehmer ab Juli für einen größeren Anteil selbst aufkommen müsse, schreibt "Ökotest" weiter. So zahle ein Beschäftigter mit einem Brutto-Monatseinkommen von 2000 Euro bei Beitragssätzen wie bei der AOK Berlin monatlich 164 Euro, bei der BIG jedoch nur 139 Euro. Die Ersparnis von 25 Euro machten immerhin mehr als 15 Prozent des gesamten Monatsbeitrags aus, hieß es in dem Bericht.

Betriebskassen punkten bei Verwaltungskosten

Beim Vergleich der Verwaltungskosten stützte sich "Öko-Test" auf die Angaben von 79 der angeschriebenen Kassen. Dabei zeigten sich dem Bericht zufolge teils große Kostenunterschiede, die zum Teil von der Subventionierung kleinerer Betriebskrankenkassen durch deren Träger herrühren.

Während der Verwaltungsaufwand beispielsweise bei der BKK Shell nur 0,1 Prozentpunkte ausmache, betrage der entsprechende Anteil der AOK Brandenburg 1,55 Prozent. Somit zahle ein Arbeitnehmer mit 2000 Euro Monatsverdienst bei der AOK Brandenburg pro Jahr 186 Euro nur für die Verwaltung, bei der BKK Shell dagegen lediglich 13,20 Euro.