Shell Explosive Stimmung
London - Der ungebrochen hohe Ölpreis hat Shell im dritten Quartal in Folge einen Rekordgewinn beschert. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 80 Prozent auf rund 3,25 Milliarden Dollar (7,38 Milliarden Mark).
Konzernchef Mark Moody-Stuart sagte, das Ergebnis sei die Folge des hohen Rohölpreises. Analysten hatten sogar noch ein bisschen mehr erwartet. Sie rechneten mit einem Gewinn von 3,27 bis 3,49 Milliarden Dollar. Immerhin war der Ölpreis im Schnitt rund 50 Prozent höher als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Der Gaspreis fiel sogar noch höher aus. Die Gruppe profitiere von einem unvergleichlich günstigen Umfeld, hieß es bei Analysten.
Moody-Stuart wehrte sich gegen den Vorwurf von Lkw-Fahrern und Bauern, die Ölkonzerne seien mit für die Ölpreissteigerung verantwortlich.
"Wir können weder den Ölpreis noch die Treibstoffsteuer beeinflussen", sagte er. Der zweitgrößte Konzern Europas war während der Proteste im September, bei dem Treibstofflager und Raffinerien und teilweise der Verkehr blockiert wurden, in die politische Schusslinie geraten.
Fuhrunternehmer und Landwirte verlangen von der britischen Regierung weiterhin die Senkung der Mineralölsteuer, um die hohen Energiepreise auszugleichen. Kommt die Regierung bis nächste Woche der Forderung nicht nach, soll es neue Proteste geben. Bereits im September hatte der britische Premierminister Tony Blair eine Steuersenkung abgelehnt. Es wird erwartet, dass die Regierung nun ihre Anstrengungen verstärken wird, die Öffentlichkeit gegen die Organisatoren der Proteste einzunehmen, um eine neue Protestwelle zu verhindern.