Sicherheitslücke 40 Millionen Kreditkarten-Daten gestohlen
New York/San Francisco - Der Kartenabieter Mastercard erklärte, eine nichtauthorisierte Person habe sich Zugang zu den Kundendaten von CardSystems Solutions verschafft, ein Unternehmen, das Transaktionen für Mastercard ausführt. Mehr als 40 Millionen Kreditkarteninhaber, davon knapp 14 Millionen Kunden von Mastercard, könnten deshalb zum Opfer von Betrügern werden, warnte das Unternehmen.
Wie viele Missbrauchsfälle sich schon ereignet haben, sagte Mastercard nicht. Die Untersuchungen liefen noch. Es habe schon die ersten Fälle von Unterschlagungen gegeben, die Anzahl sei aber "verhältnismäßig gering", hieß es.
Sicherheitsexperten von Mastercard seien den Tätern auf die Spur gekommen, weil sie Transaktionen routinemäßig auf Verdachtsmomente hin überprüften, teilte der Kreditkarten-Anbieter weiter mit. Dabei seien bei CardSystems Solutions Unregelmäßigkeiten aufgefallen.
"Das hier hört sich nach dem Guinness Buch der Weltrekorde an", sagte Richard Smith, einer der führenden Aktivisten für die Wahrung der Privatsphäre. Der computergestützte Datenklau bei CardSystems Solutions ist der schwerwiegendste in einer Serie von Aktionen zur illegalen Informationsbeschaffung in den USA in jüngerer Zeit. Betrüger nutzen gestohlene Daten dazu, eine andere Identität anzunehmen und sich so zu bereichern. Eine US-Verbraucherschutzorgansiation schätzte, dass vor dem jüngsten Fall in diesem Jahr bereits zehn Millionen US-Kunden vom Datenklau betroffen waren.
In der vergangenen Woche hatte die Citigroup zugegeben, im Computer gespeicherte persönliche Bankdaten von 3,9 Millionen Kunden verloren zu haben. Im vergangenen Monat hatte die US-Polizei Verdächtige festgenommen, welche die Daten von 700.000 Kontoinhabern von vier großen US-Banken, darunter die Bank of America, gestohlen haben sollen.