Siebel-Übernahme: Oracle-Boss schmiedet Software-Imperium - DER SPIEGEL
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Siebel-Übernahme Oracle-Boss schmiedet Software-Imperium

Erst Peoplesoft, jetzt Siebel: Der US-Softwarekonzern Oracle übernimmt einen weiteren Anbieter von Unternehmenssoftware. Für den auf Kundenbeziehungsmanagement spezialisierten Wettbewerber Siebel Systems zahlt das Unternehmen von Larry Ellison 5,85 Milliarden Dollar.
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Philadelphia - Oracle verschärft mit dem Kauf Siebels den Wettbewerb mit dem Walldorfer Marktführer SAP. Oracle werde für Siebel 10,66 Dollar je Aktie in bar zahlen, teilte das Unternehmen heute mit. Das entspricht einem Aufschlag von 17 Prozent auf den Siebel-Schlusskurs vom Freitag. Siebel-Aktien   sprangen zum Auftakt des Handels in den USA um mehr als 13 Prozent auf 10,34 Dollar.

Abzüglich der Siebel-Barbestände von 2,24 Milliarden Dollar umfasst die Transaktion ein Volumen von 3,61 Milliarden Dollar, wie Oracle mitteilte. Das im kalifornischen San Mateo ansässige Unternehmen gilt seit längerem als Übernahmekandidat. Oracle   hatte seine Position auf dem Markt für Unternehmenssoftware erst Ende vergangenen Jahres durch die gut zehn Milliarden Dollar schwere Übernahme von Peoplesoft gestärkt. Die Integration wurde Anfang des Jahres abgeschlossen.

Ende der 90er Jahre zählte Siebel zu den Top-Unternehmen des Silicon Valley. Einen Namen gemacht hatte sich die Firma vor allem als Hersteller von Kundenbetreuungs-Software (CRM). In den vergangenen Jahren bekam die Firma den zunehmenden Wettbewerb in der Branche aber deutlich zu spüren - sowohl an Dickschiffe wie Oracle und SAP als auch an Newcomer wie Salesforce.com oder RightNow verlor Siebel Marktanteile.

Oracle teilte mit, die Kunden beider Unternehmen sprächen sich bereits seit einem Jahr für ein Zusammengehen der Firmen aus. Siebel verspricht sich besonders viel von der Verbindung seiner Software-Anwendungen mit den Kapazitäten von Oracle in der Entwicklung. Die meisten Siebel-Systeme laufen ebenso wie die Programme von SAP auf Oracle-Datenbanken.

Die Transaktion soll Anfang 2006 abgeschlossen sein. Das Siebel-Board habe bereits für die Übernahme gestimmt, auch Firmengründer Tom Siebel habe keine Einwände. Für das Votum der Siebel-Aktionäre werde eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Nach Einschätzung von Analysten könnten einige Aktionäre einen höheren Kaufpreis fordern. "Solche Geschäfte gehen aber öfter zu den vereinbarten Konditionen durch als dass sie es nicht tun", sagte Peter Jacobson von Kaufman Brothers.

Ein SAP-Sprecher verteidigte die Strategie des Walldorfer Unternehmens, auf teure Akquisitionen zu verzichten. "Oracle hat den Weg gewählt, durch Zukäufe zu wachsen. Insofern ist das keine Überraschung", sagte er mit Blick auf die angekündigte Übernahme. "Strategie von Oracle ist es, Kunden zu kaufen, Strategie von SAP ist es, Kunden zu bedienen." SAP werde der weltgrößte Anbieter von CRM-Lösungen bleiben. Oracle ist derzeit bereits Weltmarktführer bei Datenbanken. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC wird Oracle nach einer Übernahme Siebels gemessen am Umsatz allerdings auch bei CRM-Software weltweit führend sein.