Sieger-Geste Airbus hebt die stolzen Preise
Toulouse - Unternehmenschef Noël Forgeard gönnt seinem Konzern eine Atempause im Preiskrieg. Jüngst sagte er, der Preisdruck bei Verkaufsgesprächen sei schwächer geworden. Außerdem hob er die Prognose für 2004 an. Forgeard hofft nun, den Vorjahreswert von 305 ausgelieferten Maschinen zu übertreffen
Im vergangenen Jahr aber fielen bei Airbus die Umsätze trotz steigender Auslieferungszahlen. Diesen Trend will Forgeard nun umdrehen. Die Preise würden im Schnitt um knapp fünf Prozent steigen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Für das künftig größte Passagierflugzeug der Welt, den A380, müssen die Kunden jetzt mindestens 272,6 Millionen Dollar zahlen - oder eben maximal 292,5 Millionen.
Die Preiserhöhung habe im zweiten Quartal "im Rahmen der jährlichen Preisanpassungen" statt, sagte ein Airbus-Sprecher. Voriges Jahr kostete der A380 noch 263 bis 286 Millionen Dollar. Für das kleinste Airbus-Modell, den A318, reicht die Preisspanne jetzt von 44,9 bis 52,7 Millionen Dollar. Die Listenpreise gelten in der Branche allerdings nicht als zwingend verbindlich. Bei Großaufträgen oder neuen Modellen werden zum Teil Rabatte in zweistelliger Größenordnung gewährt.
Zehn neue Bestellungen aus China?
Der US-Konzern Boeing hatte seine Preise für Zivilflugzeuge zuletzt 2002 erhöht. Nach der aktuellen Liste kostet das günstigste Modell 717 mindestens 35,5 Millionen Dollar. Das mit bis zu 231,5 Millionen teuerste Modell ist die 777-300ER.
Nach der neuen Preisliste kostet das meistverkaufte Airbus-Modell, den A320, jetzt zwischen 60,8 und 64,3 Millionen Dollar. Auch bei den Langstreckenmodellen A330 und A340 wurden die Preise erhöht. Der A340-600 kostet jetzt zwischen 202,6 und 211,2 Millionen Dollar.
Für den A330 wird Airbus laut einem Bericht des "Handelsblattes" Anfang Juni einen weiteren Milliarden-Auftrag aus China melden können. Eine Bestellung von zehn Maschinen durch China Eastern sei beinahe unterschriftsreif. Die Airbus-Zentrale in Toulouse wollte das noch nicht offiziell betätigen.
China Eastern ist vor Cathay Pacific in Hongkong und dem Wettbewerber China Southern größter Airbus-Kunde in Asien. Mit China Southern einigte sich Airbus im April auf den Verkauf von 21 Jets im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Dollar. Im Sommer 2003 unterschrieben die Chinesen beim Besuch von Premier Wen Jiabao in Frankreich eine Sammelorder für 30 Airbus-Flugzeuge für fünf chinesische Airlines.