Siemens-Affäre AUB-Chef Schelsky aus Haft entlassen
München - Ende 2008 wurde Wilhelm Schelsky zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt, nun ist er überraschend wieder frei. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Demnach durfte Schelsky am Montagnachmittag das Gefängnis in Nürnberg verlassen.
Das Oberlandesgericht habe einer Haftbeschwerde stattgegeben, sagte sein Anwalt Jürgen Lubojanski. Schelsky war wegen Betrugs, Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue verurteilt worden. Weil sein Verteidiger Revision eingelegt hatte, ist das Urteil dem Bericht zufolge aber noch nicht rechtskräftig.
Schelskys Verteidiger war daher laut "SZ" gegen eine überlange Untersuchungshaft vorgegangen. Sein Mandant sitze bereits seit dem 14. Februar 2007 ohne rechtskräftiges Urteil in Haft, sagte Lubojanski. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass der ehemalige AUB-Chef wieder in Haft müsse, wenn die Revision scheitert, so Lubojanksi.
Schelsky hat nach Erkenntnissen der Justiz zwischen 1991 und 2006 von Siemens verdeckt rund 46 Millionen Euro bekommen. Einziger Zweck: Mit dem Geld sollte er die arbeitgebernahe AUB als Gegengewicht zur kritischen Gewerkschaft IG Metall aufbauen.