Siemens-Affäre: Aufsichtsrat kritisiert langsame Aufklärung - DER SPIEGEL
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Siemens-Affäre Aufsichtsrat kritisiert langsame Aufklärung

Ein Mitglied des Siemens-Aufsichtsrats bemängelt die schleppende Aufklärung der Schmiergeld-Affäre. Das Kontrollgremium will die Rechnungslegung des Konzerns unter die Lupe nehmen.
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Frankfurt am Main - "Entweder machen wir Aufsicht oder wir hängen unseren Job an den Nagel", sagte der Kontrolleur der "Frankfurter Rundschau". Die sich in den vergangenen Jahren häufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit Untreue und Bestechung seien bislang spärlich bis gar nicht im Aufsichtsrat behandelt worden. Wer dort kritische Fragen stelle, werde als "Nestbeschmutzer" verunglimpft.

"Da wird ein Korpsgeist gezüchtet nach dem Motto - wir gegen die da draußen", sagte der Kontrolleur, der nicht namentlich genannt sein wollte. In der anstehenden Sitzung des Siemens-Kontrollgremiums am nächsten Montag erwarteten er und andere Teilnehmer umfassende Informationen und Vorschläge für eine wirkungsvollere interne Korruptionsbekämpfung.

Ehemalige und aktive Mitarbeiter von Siemens werden beschuldigt, ein weltweites System von schwarzen Kassen betrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft München beziffert den Schaden durch Untreue für Siemens   auf 200 Millionen Euro.

Die "Welt" berichtet, dass wegen der Schwarzgeldaffäre die Aufsichtsräte die Rechnungslegung des Konzerns auf den Prüfstand stellen. Außerdem solle auf der Sitzung des Kontrollgremiums in der Woche Vorstandschef Klaus Kleinfeld zur Schmiergeldaffäre Stellung beziehen. Ein geplanter Bericht über die Krisensparte SBS sei dagegen von der Tagesordnung gestrichen worden.

Den Informationen der "Welt" zufolge wird der Chef der Prüfungsgesellschaft KPMG, Rolf Nonnenmacher, bei der Aufsichtsratssitzung Auskunft darüber geben, ob wegen der Affäre die Siemens-Geschäftsberichte seit 2002 überprüft und möglicherweise korrigiert werden müssen. Nonnenmacher nehme an der Dezember-Aufsichtsratssitzung routinemäßig teil, da auf ihr über den Jahresabschluss 2005/2006 berichtet werde. Weder KPMG noch Siemens wollten dazu Stellung nehmen.

tim/dpa/ddp