Siemens-Affäre Ex-Vorstand Feldmayer soll vor Gericht
München - Die Siemens Schmiergeld-Affäre geht in eine neue Runde: Neben Johannes Feldmayer wird auch der ehemalige AUB-Chef Wilhelm Schelsky angeklagt, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Ex-Vorstand Feldmayer soll demnach wegen der Affäre um die versteckte Finanzierung der Betriebsräte-Organisation AUB zur Verantwortung gezogen werden. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth plane in dieser Affäre im Frühjahr Anklage zu erheben. Feldmayer wäre der erste Ex-Vorstand, der wegen der Siemens-Skandale angeklagt würde.
Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der weltweiten Schmiergeldzahlungen noch gegen weitere frühere Vorstände und Manager von Siemens . Anklagen seien aber noch nicht absehbar.
Die Staatsanwaltschaft und die Sonderkommission "Amigo" der Kriminalpolizei Nürnberg ermitteln bereits seit Ende 2006 in der so genannten AUB-Affäre gegen zahlreiche Beschuldigte. Seit Februar 2007 sitzt Schelsky in Untersuchungshaft. Der Leiter der Justizpressestelle in Nürnberg, Richter Andreas Quentin, sagte der "Süddeutschen Zeitung" , es sei davon auszugehen, dass die Ermittlungen gegen Schelsky und Feldmayer noch im ersten Halbjahr abgeschlossen würden. Feldmayers Anwalt wollte sich zu dem Verfahren nicht äußern.
Der Aufsichtsrat von Siemens hatte Feldmayers Vertrag, der im September vergangenen Jahres auslief, wegen der AUB-Affäre nicht verlängert.
sil/ddp