Siemens-Affäre: Kommunikationschef tritt ab - DER SPIEGEL
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Siemens-Affäre Kommunikationschef tritt ab

Erst Pierer, dann Kleinfeld, jetzt Janos Gönczöl: Nach den Rücktritten der Siemens-Spitze geht nun auch der Kommunikationschef. Dem Kleinfeld-Vertrauten wurde in den vergangenen Monaten vorgeworfen, auf die Krise des Technologiekonzerns nicht "geschickt genug" reagiert zu haben.
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München - "Die Gestaltung der Kommunikation in dieser turbulenten, durch viele Gerüchte und Spekulationen geprägten Zeit war nicht immer einfach. Mit diesem Schritt erhoffe ich mir, dass auch die Kommunikation wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gelangt", erklärte Gönczöl heute. Er verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch bereits Ende Mai.

Sein Nachfolger wird der frühere Pressechef der Deutschen Bahn, Stephan Heimbach, der seit 2000 bei Siemens die Abteilung Corporate Messages/Corporate Affairs führt, wie der Konzern mitteilte. Der 45-Jährige, der auch im Bundeskanzleramt gearbeitet hatte, verantwortete in der Siemens-Zentrale unter anderem das Redenschreiben für die Vorstände sowie die Kontakte zu Organisationen und Verbänden.

Gönczöl, der die gesamte Siemens-Kommunikation seit Oktober 2005 geleitet hatte, war zuletzt unter Druck geraten. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Krisen des Traditionskonzerns war ihm angelastet worden, nicht geschickt genug reagiert zu haben. Auch intern stand die Kommunikationsabteilung in der Kritik, für das angekratzte Image des Konzerns mitverantwortlich zu sein.

In Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre hatte Siemens  -Chef Klaus Kleinfeld Ende April erklärt, für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung zu stehen. Im Aufsichtsrat hatte es Widerstand gegen eine Verlängerung und für einen personellen Neuanfang gegeben. Kleinfelds Vertrag läuft am 30. September 2007 aus. Zuvor hatte Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer seinen Rücktritt erklärt

Kleinfeld, zu dessen Vertrauten Gönczöl zählte, sprach dem 49-Jährigen seine Anerkennung aus: "Wir danken Janos Gönczöl ausdrücklich für seine große Leistung in einer äußerst schwierigen Phase des Unternehmens."

sam/Reuters/dpa-AFX