Siemens-Affäre Von Pierer droht Ermittlungsverfahren
München - Ex-Siemens-Manager Andreas Kley erhielt Mitte 2004 eine Abfindung von 1,7 Millionen Euro, obwohl gegen ihn bis Mai 2007 ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechung lief und er in diesem sogar geständig gewesen sei, berichtet die "Welt".
Von Pierer sowie der amtierende Konzernvorstand Uriel Sharef sollen damals mit Kley die Vereinbarung über die Abfindung getroffen haben, schreibt das Blatt unter Berufung auf den Vorsitzenden Richter im Prozess gegen Kley im Mai. Später habe man sich nicht darum bemüht, die Abfindung zurückzuholen oder Schadenersatz zu verlangen.
Diesem Sachverhalt ginge die Behörde nun nach: Gegenwärtig werde die "Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens wegen Untreue zu Lasten von Siemens geprüft", sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Ein Sprecher von Siemens sagte dazu dem Blatt: "Wir möchten noch einmal auf Folgendes hinweisen: Die Ansprüche von Herrn Kley ergaben sich aus dem mit ihm bestehenden Vertrag. Einen 'goldenen Handschlag' gab es für ihn nicht."
Seit 2003 lief gegen Kley, damals Finanzchef der Siemens-Sparte Kraftwerksbau, in Darmstadt ein Verfahren wegen Bestechung von zwei Mitarbeitern des italienischen Versorgers Enel. Kley hatte zusammen mit einem weiteren Siemens-Manager Schmiergeld in Höhe von sechs Millionen Euro gezahlt und damit einen 338-Millionen-Euro-Auftrag für Gasturbinen verschafft, wie die Zeitung schreibt. Die Siemens-Kraftwerks-Sparte müsse deshalb nun 151 Millionen Euro Strafe zahlen. Von Pierer war in der Siemens-Affäre um Schmiergelder und schwarze Konten vor kurzem zurückgetreten.
ase/ddp