KONZERNE Siemens-Chef greift durch
Siemens-Chef Heinrich von Pierer baut die Führungsspitze des Konzerns um und sichert sich so eine Hausmacht für die Zeit nach dem Ausscheiden seines Förderers Hermann Franz. Der Siemens-Aufsichsratschef hatte Pierer 1992 an die Spitze geholt und scheidet im Frühjahr aus. Als Nachfolger ist Siemens-Finanzchef Karl-Hermann Baumann im Gespräch, der als einer der härtesten Gegner Pierers im neunköpfigen Zentralvorstand gilt. Pierer beruft deshalb zunehmend enge Vertraute in das Gremium. Im Januar holte er den ehemaligen McKinsey-Manager Edward Krubasik. Nun zieht Pierer erneut einen Mann seiner Wahl nach, den Telekommunikationsexperten Peter Pribilla, der bei der Aufsichtsratssitzung am 16. Juli in die Konzernspitze berufen werden soll. Für ihn muß Vorstand Walter Kunerth weichen, ein ungewöhnlicher Vorgang in der 150jährigen Siemens-Geschichte. Kunerth hat in den vergangenen vier Jahren das ehrgeizige Effizienz-Steigerungsprogramm »top« aufgebaut, konnte sich aber gegen Pierers Chefforscher Claus Weyrich immer weniger durchsetzen. Zur Zeit sucht Pierer noch zwei weitere Spitzenmanager. Sie sollen im nächsten Jahr Finanzvorstand Baumann und Personalchef Werner Maly ablösen, der aus Altersgründen den Vorstand verläßt.