Siemens-Chef: "Massenentlassungen wollen wir nicht" - DER SPIEGEL
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Siemens-Chef "Massenentlassungen wollen wir nicht"

Seit Wochen geistern ständig neue Zahlen über Stellenabbau bei Siemens durch die Gazetten, nun bemüht sich Vorstandschef von Pierer um Schadensbegrenzung. Eine konkrete Aussage über das Ausmaß der Stellenstreichungen blieb er allerdings schuldig.
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München – Von Pierer sagte der "Welt am Sonntag", sein Konzern werde sämtliche Instrumente nutzen, um den Prozess des Stellenabbaus so weit es geht erträglich zu gestalten: "Massenentlassungen wollen wir nicht".

Zu der Zahl von bis zu 35.000 Stellenstreichungen, die durch die Presse kursierte, wollte sich von Pierer nicht äußern. "Ich kann Ihnen heute keine Gesamtzahl sagen". Nach der Geschäftsordnung werde eine solche Zahl nicht zentral angeordnet. Siemens sei ein dezentral organisiertes Unternehmen mit 14 Bereichen.

Der Siemens-Chef wies aber darauf hin, dass immer vergessen werde, dass ein großer Teil von Arbeitsplätzen beim Verkauf von Firmenteilen zwar bei Siemens wegfalle, die Jobs aber nicht verloren seien.

Sein Unternehmen stehe insgesamt gesehen "einigermaßen vernünftig da". Bereiche wie Medizin-, Kraftwerks-, Eisenbahn- und Automatisierungstechnik liefen sogar exzellent. Die Zukunft der Festnetzsparte zeichnete Pierer allerdings düster: Das Auftragsvolumen gehe immer noch deutlich zurück. Eine Besserung sei "in den nächsten 18 bis 24 Monaten nicht in Sicht". Daher sei Siemens gezwungen, Kosten zu senken - "beim Einkauf, bei der Zahl der Fabriken und leider auch bei der Zahl der Beschäftigten".

Insgesamt äußerte sich von Pierer optimistisch zum Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres (Ende 30. September): "Unter dem Strich steuern wir auf ein ganz ordentliches Ergebnis" zu. Schon das Ergebnis für die ersten neun Monate sei deutlich besser gewesen als ein Jahr zuvor. Siemens sei noch nie so in Bewegung wie heute gewesen. Das schlage sich trotz aller Probleme in einzelnen Segmenten insgesamt auch in den Ergebnissen nieder.