Siemens Der Kurs bröckelt ab
Nach dem Börsenstart an der New Yorker Börse rechnen Marktbeobachter nicht mit einem Kurssprung. Das Papier hatte sich beim ersten Kurs zum Ausgabepreis von 112,25 Dollar noch fest behauptet. Der Kurs werde an dem Markt mit den größten Umsätzen gemacht. Und das sei bei allen deutschen Unternehmen, die auch in New York notiert sind, mit großem Abstand weiterhin Frankfurt, begründen die Experten ihre Einschätzung.
Siemens hatte den Börsengang in dem derzeit schwierigen Marktumfeld mit Übernahmeplänen begründet. Durch den Handel mit den ADR-Zertifikaten (Hinterlegungsscheine) hat das Münchener Elektrounternehmen eine Akquisitionswährung hinzugewonnen.
Der Analyst der Landesbank Baden-Württemberg Ralph Herre glaubt hingegen nicht, dass bei Siemens im derzeitigen Marktumfeld in nächster Zeit eine Übernahme anstehe. "Man wird hier noch etwas abwarten wollen", sagte Herre.
Nach dem Kurssturz bei den Technologiewerten dürfte sich dem Experten zufolge "das Gewitter" mittlerweile größtenteils entladen haben. "Die Kurse werden irgendwann den Boden gefunden haben und wieder anziehen" meinte Herre. Die große Frage sei, wann dieser Zeitpunkt eintrete. Es fehle einfach der Anstoß, um wieder positivere Zeiten zu erleben.
Alle Siemens-Anleger werden aber künftig genauere Quartalsberichte nach den Vorschriften der US-Börsenaufsicht SEC lesen können.
Über die Kosten des jahrelang vorbereiteten Börsengangs gibt Siemens indessen keine Auskunft. Bei anderen Börsengängen kassierten die begleitenden Finanzinstitute sowie Wirtschaftsprüfer und Anwälte vier bis sieben Prozent des Emissionsvolumens, am Neuen Markt waren sogar bis zu zehn Prozent gezahlt worden. Siemens hat aber für seinen Gang an die Wall Street keine neuen Aktien ausgegeben, sondern sich für die ADR-Zertifikate entschieden.
Siemens ist das 14. deutsche Unternehmen, das an der New Yorker Stock Exchange gelistet ist. Schon vor dem Börsengang betrug der Anteil der US-Investoren 13 Prozent.