Siemens: Deutschland out, China in - DER SPIEGEL
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Siemens Deutschland out, China in

Während in Deutschland massiv Stellen abgebaut werden, investiert Siemens in China Millionensummen. Vor allem in der Handyproduktion sieht der Konzern dort die Sonne aufgehen.
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München - An deutschen Standorten geht das Streichkonzert weiter. Wie die IG Metall Bayern am Mittwoch mitteilte, wird die Dienstleistungstochter Siemens Business Services (SBS) über 1600 weitere Stellen abbauen. SBS bietet vor allem die Wartung von Computern und Softwarepflege an. Ein Siemens-Sprecher begründete den Schritt mit der Konjunkturflaute in der Computerbranche.

Laut IG Metall sind die Standorte München mit über 500, Paderborn mit über 300 Stellenstreichungen akut betroffen. Weitere Stellen sollen in Berlin und den neuen Bundesländern wegfallen. Die erste Hälfe der Stellen soll bereits bis September gestrichen werden. Nach Ansicht der Gewerkschaften und der Betriebsräte hat das Management von Siemens Business Services kein strategisches Konzept, um sich der abschwächenden IT-Konjunktur entgegenzustellen.

Siemens-Sprecher Peter Gottal bestätigte die Zahl von 1600. Entlassungen und betriebsbedingte Kündigungen konnte er nicht ausschließen. Der Siemens-Konzern hatte bereits im Frühjahr wegen der Krise im Telekommunikations-Geschäft angekündigt, rund 8.000 Stellen zu streichen.

Zeitgleich kündigte Siemens an, rund 717 Millionen Mark in den asiatischen Mobilfunkmarkt zu investieren. Davon entfallen nach Konzernangaben 60 Millionen Dollar auf ein Werk für Handys in Schanghai. Hier soll die Produktion von zehn auf 14 Millionen Stück pro Jahr ausgebaut werden.

Die restlichen Investitionen sollen in den Bereich Forschung und Entwicklung in Peking, Schanghai und Singapur fließen. Dadurch entstünden weitere 320 Stellen, so Bereichsvorstand Lothar Pauly. Er rechnet auf dem Mobilfunkmarkt Asien mit Steigerungsraten von mehr als 30 Prozent.