Siemens-Familie Übertriebene Kursgewinne
Seit September stiegen die Kurse der drei Werte um mindestens 60 Prozent, weil die Börsianer im nächsten Jahr wieder mit einer vermehrten Nachfrage nach Telekommunikationsprodukten rechnen. Die Annahme ist reichlich optimistisch.
Der Handy-Markt stagniert auf unabsehbare Zeit, wovon alle drei Unternehmen betroffen sind. Vorige Woche gestand Siemens ein, dass man für die Not leidende Handy-Sparte einen Partner in Japan sucht.
Der ersehnte Aufschwung am Chipmarkt, für Infineon überlebenswichtig, ist inzwischen weit in das nächste Jahr hinein verschoben worden. Bis dahin häuft das Unternehmen, das vor allem unter dem Preisverfall bei Speicherchips leidet, dreistellige Millionenverluste pro Quartal an.
Epcos ist im vierten Quartal wegen hoher Sonderbelastungen und der Flaute in der Hightech-Branche in die roten Zahlen gerutscht. Alle drei kündigen deshalb rigoros Entlassungen an: Die Siemens AG will 20 000, Epcos 1000 und Infineon 5000 Stellen abbauen. Wenn solche Nachrichten auf eine Börse treffen, die "einfach nach oben will", wie ein Düsseldorfer Händler das Siemens-Plus kommentierte, werde der Aufstieg in dunklen Zeiten verständlich.