Siemens-Großauftrag China will 60 ICE bestellen
Hamburg - Der chinesische Präsident Hu Jintao wolle das Geschäft bei seinem Deutschland-Besuch kommende Woche perfekt machen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Züge würden komplett in China gebaut und sollen auf der in Deutschland eingesetzten Technik des ICE 3 basieren. Damit wären sie für ein Spitzentempo von 300 Stundenkilometern ausgelegt.
1,3 Milliarden Euro soll das Geschäft Siemens einbringen, berichtet das "Handelsblatt". Peking wolle eine 30 Zentimeter breitere Sonderanfertigung, da die Züge mehr Passagiere befördern sollten. Die Anpassung wäre in der Entwicklung teuer, daher habe Siemens bis zuletzt hart um den Preis verhandelt. Informationen der Nachrichtenagentur dpa zufolge beläuft sich das Auftragsvolumen auf weniger als einer Milliarde Euro. Siemens lehnte einen Kommentar zu ab.
Eine Sprecherin des potentiellen chinesischen Partners Tangshan Locomotive and Rolling Stock Works bestätigte Verkaufsverhandlungen, sagte aber, das Geschäft sei noch nicht vollständig ausgehandelt. Die Gespräche seien "kurz vor dem Abschluss." Die geplante Produktion der Züge ist Teil des Ausbaus des chinesischen Schnellbahnnetzes, für den bereits 2004 Aufträge an Konsortien aus Japan, Frankreich, Kanada und China vergeben worden waren. Die Regierung in Peking will bis 2010 umgerechnet rund 50 Milliarden Euro in das Schienen- und Zugnetz des Landes investieren.