Siemens: Handyflaute kostet 6000 Stellen - DER SPIEGEL
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Siemens Handyflaute kostet 6000 Stellen

Die Abkühlung des Mobilfunkmarktes und der Preisverfall im Halbleiterbereich haben Siemens zugesetzt. Jetzt will Konzernchef Heinrich von Pierer in großem Stil Arbeitsplätze streichen.
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Budapest - Von Pierer sagte am Donnerstag auf der Halbjahrespressekonferenz des Konzerns in Budapest, er habe die Mobilfunksparte ICM aufgefordert, ihre Pläne auf das veränderte Umfeld einzustellen.

Bei der Handyproduktion sollten in Deutschland bis September insgesamt 2600, in der Netzwerksparte weltweit 3500 Stellen, davon 1400 in Deutschland, abgebaut werden.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Siemens-Gesamtbetriebsrates Alfons Graf sind unter anderem 2500 Mitarbeiter betroffen, die mit befristeten Verträgen eingestellt worden waren. Ihre Verträge sollen nicht verlängert werden.

Infineon-Anteile werden verkauft

Siemens kündigte zudem an, in den nächsten Tagen 15 Prozent der Anteile an der Halbleiter-Tochter Infineon an den Vermögensverwalter Siemens Pensionsfonds abzugeben. Damit sinke der Anteil von Siemens an Infineon auf 56 Prozent von derzeit 71 Prozent.

Deutlicher Gewinnrückgang

Der Elektronikkonzern hat im zweiten Quartal des Geschäftjahres 2000/2001 einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Der Konzerngewinn nach Steuern sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent gesunken, teilte Siemens am Donnerstag in einer Pflichtveröffentlichung mit, ohne dazu eine konkrete Zahl zu nennen. Der Umsatz sei indes um acht Prozent und der Auftragseingang um zwölf Prozent gestiegen, hieß es weiter.

Ohne die Halbleiter-Tochter Infineon, aus der sich Siemens mittelfristig komplett zurückziehen will, stieg der Gewinn den weiteren Angaben zufolge um neun Prozent auf 562 Millionen Euro und der Umsatz um acht Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Analysten hatten ohne Infineon im Durchschnitt mit einem Gewinn nach Steuern von 526,4 Millionen Euro und einem Umsatz von 19,27 Milliarden Euro gerechnet.

Inklusive Infineon hatten die Branchenexperten einen Gewinn von 584,3 Millionen und einen Umsatz von 20,471 Milliarden Euro erwartet.

Analysten enttäuscht

An der Börse wurde Siemens sofort abgestraft. Die Aktie fiel um 4,2 Prozent auf 12,18 Euro. Besonders negativ bewerteten Händler den fehlenden Ausblick: Der Konzern wollte zu den Geschäftsaussichten im dritten und vierten Quartal keine Stellung nehmen. Die WGZ-Bank stufte Siemens bereits von "Outperformer" auf "Underperformer" herab.