Siemens Jetzt gerät auch Cromme unter Beschuss
München - Insider befürchten, dass die Spekulationen um die Nachfolge von Konzernchef Klaus Kleinfeld die Glaubwürdigkeit Gerhard Crommes beeinträchtigen könnten, berichtet das "Handelsblatt".
Im Umfeld des Unternehmens hieß es, Cromme sei vor wenigen Tagen intern auf einer Führungskräfte-Tagung in Feldafing am Starnberger See hart angegangen worden. Mit dem erzwungenen Rücktritt von Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer und der anschließenden Demission Kleinfelds habe Cromme "das Herz von Siemens " herausgerissen, habe ein Teilnehmer gesagt.
Ein anderer habe wissen wollen, was Cromme überhaupt für die schwierige Aufgabe an der Spitze des Siemens-Kontrollorgans befähige. Cromme war jahrelang Vorstandschef von ThyssenKrupp gewesen. "Die Stimmung in der Management-Spitze ist verheerend", sagte ein Teilnehmer dem "Handelsblatt". Andere erklärten, Cromme habe hart und offen diskutiert, schlussendlich sei er aber mit Beifall verabschiedet worden.
Fest steht, dass für den Aufsichtsratschef die Lösung der Führungsfrage absolute Priorität hat. Zwar gilt der heutige Linde-Chef Wolfgang Reitzle trotz seiner Absage noch immer als Favorit für die Kleinfeld-Nachfolge, doch könnte auch ein interner Kandidat das Rennen machen.
Immer häufiger ist der Name von Med-Chef Erich Reinhardt zu hören, schreibt die Zeitung. Der 60-jährige Manager ist von Haus aus Professor für Elektrotechnik, er hat Auslandserfahrung, führt den Siemens-Bereich Medizintechnik und gehört dem Vorstand seit 2001 an. Reinhardt hat die Sparte Med zu einer der erfolgreichsten im Konzern gemacht und ist auch intern sehr angesehen.
wal