Siemens-Konzern Sanierer gefragt
Die Netzsparte ICN, die wie Ericsson, Nokia oder Nortel Mobilfunknetze aufbaut, muss 5500 der international 54.000 Stellen streichen. Die Schließung der Hälfte der Produktionsstandorte sei denkbar, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer der französischen Zeitung "La Tribune". Damit reagiere Siemens auf die Krise im Geschäft mit Telefon- und Computer-Netzwerken.
Aber auch die Handy-Abteilung ICM bleibt nicht verschont. Konkrete Entlassungen sind zwar nicht geplant, aber 2600 befristete Verträge werden wohl nicht verlängert. Selbst die Dienstleistungssparte Siemens Business Services kürzt die Belegschaft um 2000 Stellen, davon 1600 in Deutschland.
Der Netzwerk-Bereich ICN ist eines der Sorgenkinder im Konzern. Obwohl Siemens wesentlich breiter aufgestellt ist als Nortel, leidet das Unternehmen zur Zeit erheblich unter der Flaute in der Branche. Die Netzwerksparte ICN kämpft mit der Investitionszurückhaltung der Telefongesellschaften, das Handy-Geschäft ICM verliert ohne Modelloffensive weitere Marktanteile.
Allein im dritten Quartal 2000/01, von April bis Juli 2001, machte ICN einen Verlust in Höhe von 563 Millionen Euro. Mit den angekündigten Stellenstreichungen und weiteren Sparmaßnahmen sollen die Kosten um rund 2,2 Milliarden Euro gesenkt werden. Bereichs-Chef Roland Koch musste bereits gehen. Sein Nachfolger Thomas Ganswindt werde noch vor Mitte November die neuen Sanierungsschritte verkünden, sagte Pierer dem französischen Blatt.