Siemens Kurssturz nach vorsichtigem Ausblick
München - Das September-Quartal werde durch eine Reihe von Faktoren wie dem außerordentlichen Ertrag aus der Eingliederung von Unisphere Networks in Juniper Networks beeinflusst, hieß es in der Pflichtmitteilung des Unternehmens. Die Ergebnisse des vierten Quartals würden deshalb voraussichtlich noch unter denen des dritten Quartals liegen, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Zur mittelfristigen Entwicklung des Unternehmens äußerte sich der Siemenschef nur vorsichtig: "Wir arbeiten unser Aktionsprogramm 'Operation 2003' Punkt für Punkt ab und verfolgen trotz des schwierigen vierten Quartals und der extrem schlechten Marktbedingungen unvermindert unsere Ergebnisziele."
Den Ergebnisrückgang im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal führte von Pierer auf Schwierigkeiten in der Netzwerksparte. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern 725 Millionen Euro (Vorquartal: 1,28 Milliarden Euro) Im Vorjahr hatte das Ergebnis noch bei minus 705 Millionen Euro ohne Sondereffekte gelegen. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 20,48 Milliarden Euro zurück, der Auftragseingang um 20 Prozent auf 19,03 Milliarden Euro.
Gleichwohl übertraf das Ergebnis die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem Quartalsüberschuss von 439 Millionen Euro und einem Umsatz von 20,6 Milliarden Euro gerechnet hatten. Die Aktien fielen dennoch in einer ersten Reaktion um fast fünf Prozent auf 47,69 Euro. Im Verlauf des Vormittags brach das Papier dann weiter ein und notierte bei Minus acht Prozent.