Siemens Machtkampf im Aufsichtsrat entbrannt
Berlin/München - Der Aufsichtsrat des Münchener Technologiekonzerns Siemens ist einem Pressebericht zufolge bei der Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden tief gespalten. Im Aufsichtsrat tobe "ein verdeckter Machtkampf", meldet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Während sich die Arbeitgeberseite unter der Führung des Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme für einen externen Kandidaten einsetze, favorisierten die Arbeitnehmer einen Kandidaten aus den eigenen Reihen.
Unter den internen Kandidaten gilt der Zeitung zufolge Erich Reinhardt, der Leiter der Medizintechnik-Sparte, als Favorit. Den Namen hatte auch schon das "Handelsblatt" als aussichtsreich bezeichnet. Der Verein der Belegschaftsaktionäre habe drei weitere Namen ins Spiel gebracht: Helmut Gierse, der die Automatisierungs- und Antriebstechnik leitet, Gebäudetechnik-Vorstand Heinrich Hiesinger und Technik-Vorstand Hermann Requardt. Reinhardt und Requardt sind beide auch Mitglieder des Siemens-Zentralvorstands.
Derzeit versuche der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats, eine gemeinsame Lösung zu finden. Das Gremium wolle seine Vorschläge noch im Mai dem Aufsichtsrat präsentieren. Als externen Favoriten für die Nachfolge von Klaus Kleinfeld erwähnt die Zeitung den bereits häufig genannten Linde -Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Reitzle. Daneben seien mehrere Spitzenmanager aus dem In- und Ausland im Gespräch.
Ein Siemens -Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Sein Unternehmen äußere sich generell nicht zu Themen des Aufsichtsrats, sagte er nur. Kleinfeld hatte am 25. April nach anhaltenden Diskussionen um eine Verlängerung seines Ende September auslaufenden Vertrages seinen Rücktritt angekündigt.
sam/ddp