Siemens-Sanierung: Kehraus in der Dienstleistersparte - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Siemens-Sanierung Kehraus in der Dienstleistersparte

Siemens forciert den Sparkurs. Dem malade Dienstleistungsbereich SBS drohen laut einem Pressebericht massive Einschnitte. Über Tausend Stellen sind demnach gefährdet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Beim IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2007 etwa 1,5 Milliarden Euro gespart werden, um die Margenziele von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld zu erreichen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf ein SBS-Strategiepapier. Das seien rund 30 Prozent des Jahresumsatzes. Im kommenden Geschäftsjahr 2006 sollen demnach zusätzlich 1290 Stellen in Deutschland gestrichen werden. Zahlreichen deutschen SBS-Standorten droht dem Bericht zufolge die Schließung.

"Angesichts der schwierigen Ergebnissituation bei SBS müssen wir die Kosten senken. Derzeit laufen dazu Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern", sagte ein Siemens-Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE. Zu Details der Sanierung wollte sich der Sprecher mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht äußern.

Neben der SBS gehören auch die Kommunikation sowie die Logistik- und Produktionsautomatisierung zu den Krisensparten des Konzerns. Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber hatte gesagt, er rechne mit Stellenabbau und Lohnkürzungen bei dem Münchener Konzern.

Unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise hatte der SPIEGEL bereits am Wochenende über Einschnitte bei Siemens   berichtet. Alles in allem, fürchten Betriebsräte und Gewerkschafter, könnten bei dem Konzern bis zu 10.000 Jobs wegfallen, davon allein 3000 in der Telefonsparte, die vom Management in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt wurde und im letzten Quartal 70 Millionen Euro Verlust machte.

Verwandte Artikel