Siemens-Schmiergeldaffäre Ermittlungen auch gegen Ex-Finanzvorstand
Nürnberg - Er ist der zweite Manager aus dem direkten Umfeld des ehemaligen Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, der jetzt ins Visier der Staatsanwaltschaft rückt: Laut Zeitungsberichten ermittelt die Nürnberger Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Zahlungen von Siemens an die Arbeitnehmerorganisation AUB nun auch gegen den Ex-Finanzchef des Unternehmens, Heinz-Joachim Neubürger.
Am Mittwoch vergangener Woche habe die Anklagebehörde Justizkreisen zufolge die Privaträume des ehemaligen Siemens-Managers durchsuchen lassen, schreiben die "Süddeutsche Zeitung" und das "Handelsblatt". Es gehe um den Verdacht der Untreue. Neubürger sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen. Laut "Süddeutscher Zeitung" habe allerdings Neubürgers Anwalt, Eberhard Wahle, sowohl die neuen Ermittlungen als auch die Durchsuchungen bestätigt.
Der 54-jährige Neubürger, der ein Vertrauter von Ex-Siemens-Aufsichtsratschef von Pierer war, gehörte den Angaben zufolge von 1998 bis April 2006 dem Zentralvorstand des Technologiekonzerns an. Er löste seinen noch bis September 2007 laufenden Vertrag vorzeitig auf, offiziell mit der Begründung, er wolle eine Auszeit nehmen und sich beruflich neu orientieren.
Damals hieß es, Neubürger werde Siemens als Berater verbunden bleiben. Inzwischen hat er einen Direktorenposten beim Private-Equity-Riesen KKR übernommen. Laut "Handelsblatt" ermittelt die Staatsanwaltschaft München bereits seit einiger Zeit wegen der Bildung schwarzer Kassen bei Siemens gegen Neubürger.
Mit dem ehemaligen Finanzchef rückt der zweite Topmanager aus dem Umfeld von Pierers in Zusammenhang mit den Millionenzahlungen an den früheren AUB-Chef Wilhelm Schelsky ins Visier der Staatsanwaltschaft. Die Justiz ermittelt in dieser Sache bereits gegen Johannes Feldmayer, der Ende März kurzzeitig in Untersuchungshaft war. Schelsky sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.
sam/ddp/dpa-AFX