Siemens Steiniger Rückweg in gute Zeiten
München - Vor Steuern und Abschreibungen ein Gewinn von 487 Millionen Euro (Ebitda) - das ist die Zahl, mit der Siemens am Mittwoch kurzzeitig für Erleichterung, dann aber rasch für Ernüchterung an den Börsen sorgte.
Gegen 10.30 Uhr hatte das Papier des Elektronikkonzerns in Frankfurt zwar um 2,75 Prozent an Wert gewonnen und notierte bei 70,85 Euro - dann aber rutschte der Siemens-Kurs rasch ins Minus. Kurz vor 11 Uhr hatte die Aktie bereits 0,7 Prozent eingebüßt, während der Dax insgesamt nur 0,4 Prozent verlor. Ein Grund für die Skepsis der Börsianer: Der Gewinn, den Siemens im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 (Ende: 30. September) erzielte, lag nur halb so hoch wie der im Vorjahresquartal.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2000/01 stand allerdings noch ein Nettoverlust von 1,1 Milliarden Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung der Münchener. Als Gründe gab das Unternehmen damals hohe Restrukturierungskosten und die Hightech-Flaute an.
Vor allem das gute Auslandsgeschäft hat dem Konzern wieder in die Gewinnzone geholfen. So wuchs der Konzernumsatz um sieben Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Der Auftragseingang stieg sogar um zwölf Prozent auf 24,9 Milliarden Euro.
Größtes Sorgenkind des Konzerns blieb die Netzwerksparte ICN, die einen operativen Verlust von 124 Millionen Euro erzielte. Der Gesamtumsatz ging hier von knapp 2,9 auf 2,5 Milliarden Euro zurück. Bei ICN müsse geprüft werden, ob weitere Anpassungen notwendig seien, sagte Konzernchef Heinrich von Pierer. Schon nach bisherigen Planungen sollen in dem Bereich 10.000 Stellen gestrichen werden. Der Mobilfunkbereich ICM konnte dagegen wieder einen kleinen Gewinn erzielen.