Siemens: Verdoppelter Gewinn, enttäuschte Experten - DER SPIEGEL
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Siemens Verdoppelter Gewinn, enttäuschte Experten

Doppelter Gewinn - und trotzdem enttäuscht der Technologiekonzern Siemens mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Experten. Die hatten schlicht noch mehr erwartet. Doch das Konzern-Sorgenkind SBS häufte erneut einen zweistelligen Millionenverlust an.
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München - Der Nettoüberschuss, den Siemens   in den Monaten April bis Juni erzielte, habe sich auf 792 Millionen Euro fast verdoppelt, teilte der Konzern mit. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem Gewinn von 819 Millionen Euro gerechnet. Der operative Gewinn der Bereiche legte um knapp ein Drittel auf 1,278 Milliarden Euro zu. Sowohl Umsatz als auch Auftragseingang kletterten um jeweils 14 Prozent. Der Umsatz habe 21,173 Milliarden Euro betragen, der Wert der Neuaufträge 22,442 Milliarden Euro.

Die vor der Abspaltung stehende Krisensparte Kommunikation (Com) erreichte mit einem Bereichsergebnis von drei Millionen Euro knapp die schwarzen Zahlen. Die älteste und größte Konzernsparte wird aufgelöst, weil Siemens sein Netzwerkgeschäft mit dem des Handy-Riesen Nokia zusammenlegt und so den drittgrößten Telekom-Ausrüster der Welt schafft.

Sorgenkinder und Gewinnbringer

Das größte Sorgenkind des Konzerns ist weiter der krisengeschüttelte IT-Dienstleister SBS. Der Bereich häufte in den drei vergangenen Monaten einen Verlust von 99 Millionen Euro an. Damit fiel das Minus nur etwas geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als der Verlust 109 Millionen Euro betrug. Der Umsatz sank bereinigt um Verkäufe leicht auf knapp 1,1 Milliarden Euro.

SBS soll wie alle Siemens-Bereiche bis zum kommenden Frühjahr die ehrgeizigen Rendite-Vorgaben des Konzerns erfüllen. Nach Einschätzung von Analysten hat der Bereich aber keine Chance, bis dahin aus eigener Kraft auf eine Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen von mindestens fünf Prozent zu kommen. Daher wird unter anderem über eine Auflösung des Bereichs spekuliert. Zu den größten Ergebnisträgern zählten erneut Automatisierungs- und Medizintechnik sowie die Kraftwerksparte.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld zeigte sich trotz höherer Prognosen zufrieden. Im dritten Quartal habe der Konzern seinen Kurs konsequent fortgesetzt und insgesamt Verbesserungen erzielt, sagte er. "Es war auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsportfolios ein besonders erfolgreiches Quartal." Außer dem Joint Venture mit Nokia hatte Siemens im Juni den Kauf der Medizintechnik-Sparte von Bayer angekündigt.

ase/AP/dpa/reuters

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