Siemens-Zahlen "Ich bin zuversichtlich"
München - Während Siemens beim operativen Ergebnis die Schätzungen der Analysten fast exakt traf, konnte der Konzern bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen klar übertreffen. "Der Gewinn nach Steuern entwickelt sich besser als erwartet", sagte von Pierer, der Ende Januar an die Spitze des Aufsichtsrates wechselt. Sein Nachfolger wird dann der bisherige Strategie-Chef Klaus Kleinfeld, der von 1. August an offiziell stellvertretender Siemens-Chef sein wird. "Auf dieser Basis bin ich zuversichtlich, unsere eigenen Zielsetzungen für das Gesamtjahr übertreffen zu können", so der scheidende Konzernchef weiter. Bislang hat Siemens für das Geschäftsjahr 2003/04 ein Umsatzplus und einen prozentual zweistelligen Gewinnanstieg angekündigt.
Von Pierer begründete das positive Abschneiden im Quartal mit dem verbesserten konjunkturellen Umfeld, "das jetzt auch in unserer Industrie spürbar ist", sowie eigenen Anstrengungen zur Rentabilitätssteigerung. "Um dieses Momentum auch für das nächste Geschäftsjahr zu sichern, werden wir zusätzliche operative Verbesserungen in den Bereichen anstreben", sagte der Siemens-Chef
Die Aktie von Siemens , die am Vortag mit 54,65 Euro aus dem Handel gegangen war, legte nach Vorlage der Zahlen deutlich zu und gehörte zu den stärksten Werten im Dax .
Umsatz plus fünf, Aufträge plus elf Prozent
Operativ verbuchte Siemens von April bis Juni einen Gewinn 1,239 Milliarden Euro nach 1,023 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Überschuss kletterte deutlich stärker auf 815 (Vorjahr 632) Millionen Euro. Beim Umsatz erreichte Siemens einen Anstieg um fünf Prozent auf 19,077 Milliarden Euro, während der Auftragseingang um elf Prozent auf 19,077 Milliarden Euro wuchs. Besonders im Juni habe Siemens einen kräftigen Zuwachs bei den Erlösen registriert, hieß es.
Rückstellungen für Combino halten sich in Grenzen
Von den einzelnen Bereichen mussten die beiden Sparten IT-Dienstleistungen (SBS) und Bahntechnik (TS) mit zwei (Vorjahr plus 17) beziehungsweise 48 (plus 74) Millionen Euro Verluste ausweisen. Bei der Bahntechnik nannte der Konzern hierfür als Grund Sonderbelastungen, von denen allerdings nur "ein kleinerer Teil" den Sanierungsbemühungen bei den von Qualitätsmängeln geplagten Combino-Zügen zuzurechnen sei.
Eine endgültige Einschätzung zur Höhe der zu erwarteten Belastungen gab Siemens erneut nicht. Die Rückstellungen für die Combino-Züge lagen bei nur noch 20 bis 30 Millionen Euro, hieß es in Branchenkreisen. Analysten hatten mit deutlich höheren Belastungen gerechnet. Im Vorquartal hatte Siemens in der Verkehrstechnik noch einen Verlust von 289 Millionen Euro hinnehmen müssen.