Silicon Valley: Zurück in die Garage - DER SPIEGEL
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Silicon Valley Zurück in die Garage

Der dramatische Zusammenbruch vieler Internetfirmen ruft neue Unternehmer auf den Plan. Sie kaufen das wenig gebrauchte Inventar der Gescheiterten billig zusammen und fangen neu an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

San Francisco - Zuerst kam der Kaufrausch, jetzt wird versteigert. Überall in der einstigen Boomregion gibt es Firmen, die ihre Server und Terminals billig abgeben - wegen Geschäftsaufgabe. Wer hier einkauft, kann bis zu 80 Prozent sparen, sagte Walt Morton, ein ehemaliger Manager von America Online der "New York Times".

Morton selbst ist auf der Suche nach Schnäppchen. Mit seinem neuen Start-up will er Programme entwickeln und verkaufen, die auf dem freien Betriebssystem Linux basieren. "Alle Leute, die ich kenne, versuchen eine neue Firma aufzumachen. Wir sind Teil einer ganzen Welle von neuen Start-ups", sagt er.

Auf die Hilfe von Risikokapitalgebern rechnen die neuen Unternehmer gar nicht erst. "Diese Leute sind jetzt schizophren", sagt David House, der kürzlich eine Firma für Netzwerk-Anwendungen gegründet hat. "Sie haben Millionen Dollar zusammengesammelt, und jetzt will jeder nur noch der zweite Investor sein, nicht der erste."

Der momentanen Zurückhaltung können viele Jungmanager auch durchaus positive Seiten abgewinnen. Schon geht wieder die alte Geschichte um, dass die großen Unternehmen in Garagen entstanden sind. So sieht es zum Beispiel Paul Kocher, Chef eines kleinen E-Commerce-Unternehmens: "Wenn du jetzt ein billiges Büro hast, wirst du nicht mehr als Loser angesehen, sondern als schlau."