Simbabwe: Inflation steigt auf 1281,1 Prozent - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Simbabwe Inflation steigt auf 1281,1 Prozent

In der Europäischen Union gilt eine Inflation von zwei Prozent als besorgniserregend. Doch in Simbabwe können die Menschen davon nur träumen: Sie müssen für die Dinge des täglichen Lebens fast dreizehn Mal so viel bezahlen wie vor einem Jahr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Harare – Die Inflation im südafrikanischen Staat Simbabwe ist im Dezember auf 1281,1 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistikamt des Landes mit. Im Vormonat hatte die Teuerung noch bei 1098,8 Prozent gelegen.

Kritiker führen die Preissteigerung – weltweit ist es die höchste - auf die Wirtschaftspolitik von Präsident Robert Mugabe zurück, der Simbabwe seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1980 führt. Die Arbeitslosigkeit in dem Land liegt über 80 Prozent, Lebensmittel werden rationiert. Allein zwischen November und Dezember stiegen die Preise um 36,1 Prozent.

Die Arbeitnehmer des Landes reagieren auf die starke Teuerung mit Protesten. Zuletzt legte ein Streik der Ärzte das öffentliche Gesundheitswesen lahm. Die Mediziner fordern eine Gehaltsverbesserung um 8000 Prozent. Auch Mitarbeiter der Elektrizitätswerke waren im Streik.

Die Regierung hat die Inflation nun zum Hauptfeind des Landes erklärt. Bis Jahresende soll sie auf 350 bis 400 Prozent reduziert werden. Der Internationale Währungsfonds geht dagegen davon aus, dass sich die Teuerung weiter beschleunigen wird.

wal/reuters