KONZERNE Simple Botschaft
RWE-Chef Jürgen Großmann will dem Essener Energiekonzern einen neuen Markenauftritt verpassen. Die blaue Hand, die dem Konzern seit 17 Jahren als Erkennungszeichen dient, soll verschwinden. Stattdessen sollen Autos, Briefbögen, Broschüren und Werbematerialien ab sofort einheitlich mit dem Schriftzug »Vorweg gehen« versehen werden. Als besonderer Gag soll die Buchstabenkombination »RWE« im Wort »Vo-rwe-g« fett gedruckt werden. Die von ihm persönlich angestoßene Kampagne will Großmann auf der RWE-Hauptversammlung am 17. April vorstellen. Für die Umstellung, die von einer großen Werbekampagne begleitet wird, will der Konzern in den nächsten drei Jahren mehr als 100 Millionen Euro ausgeben. Doch nicht nur die hohen Kosten sorgen im Konzern für Unmut. Dass Großmann eine solche Imageaktion startet, bevor er eine schlüssige Unternehmensstrategie vorgelegt hat, wird im Management genauso kritisiert wie die äußerst simpel gestrickte Botschaft. Bei einem Konzern, der seit Jahren immer nur zweiter Sieger hinter dem Erzrivalen E.on sei, heißt es selbst im Top-Management, könnte der Schriftzug möglicherweise eher zur Belustigung als zur Motivation der Mitarbeiter beitragen.