Sinkende Präsenz: Aktionäre erleichtern Übernahmen - DER SPIEGEL
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Sinkende Präsenz Aktionäre erleichtern Übernahmen

Die Präsenz der Aktionäre auf Hauptversammlungen ist rückläufig. Damit steige die Gefahr von Übernahmen, warnt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).
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Düsseldorf - Während 1998 die Durchschnittspräsenz bei den Aktionärsversammlungen der Dax-Unternehmen bei rund 61 Prozent lag, waren es im laufenden Jahr nur noch knapp 54,5 Prozent. Mit einer solchen Entwicklung steige die Gefahr von Übernahmen bei unterbewerteten Aktien, argumentierte die DSW. Ein potenzieller Käufer könne bereits bei der Hälfte der im Dax vertretenen Gesellschaften die einfache Mehrheit auf der Hauptversammlung mit weniger als 30 Prozent der Aktien erreichen. So hätte bei der diesjährigen Hauptversammlung von Siemens schon die Kontrolle über 13 Prozent der Aktien genügt, um jede wichtige Entscheidung zu blockieren.

Vor diesem Hintergrund kritisiert die DSW das geplante Übernahmegesetz. Diese sieht vor, das Übernahmeangebote erst bei einer Aktienkontrolle von mindestens 30 Prozent gemacht werden dürfen.

Grundsätzlich werde diese Regelung seitens der DSW zwar begrüßt, die Schwelle liefe aber bei etlichen Unternehmen angesichts der mangelnden Aktionärspräsenz ins Leere, hieß es. Die DSW schlägt deshalb eine Öffnungsklausel vor. Den Aktionären müsste dann ein Abfindungsangebot gemacht werden, wenn die Kontrolle im Unternehmen wechselt, fordern die Aktionärsschützer.