Sinkender Ölpreis: Opec will Förderquote beibehalten - DER SPIEGEL
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Sinkender Ölpreis Opec will Förderquote beibehalten

In Wien beraten die in der Opec zusammengeschlossenen Ölförderländer darüber, wie sie dem Preisverfall an den internationalen Märkten begegnen sollen. Nach Informationen aus dem Kartell wird es wohl bei der seit mehr als einem Jahr geltenden Rekord-Förderquote bleiben.
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Wien - Die Ostküste der USA blieb weitgehend vor Wirbelstürmen verschont, mit dem Iran zeichnet sich eine Einigung im Atomstreit ab. Hinzu kommt, dass sich die Lage im Libanon beruhigt - alles Gründe, die den deutlichen Rückgang der Ölpreise erklären. Die Opec könnte mit einer Reduzierung der Förderquote dagegenhalten - doch die Mehrheit der Mitglieder plädiert offensichtlich vorerst dafür, abzuwarten.

Die Opec werde die offizielle Förderquote der zehn Mitglieder (ohne den Irak) bei 28 Millionen Barrel täglich belassen, sagte der algerische Energieminister Chabib Khelil heute am Rande der Opec-Konferenz in Wien. Der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi hatte sich bereits am Wochenende für die Beibehaltung der aktuellen Förderquoten ausgesprochen. Kurz vor dem Treffen hatte der nigerianische Ölminister und amtierende Opec-Präsident Edmund Daukoru erneut betont, die Organisation verfolge die seit Wochen sinkenden Preise auf den Weltmärkten "mit großer Sorge".

Einschließlich des Iraks fördert die Opec zurzeit rund 29,7 Millionen Barrel täglich, Saudi-Arabien als größter Opec-Produzent kam im August auf 9,2 Millionen Barrel pro Tag. Analysten wollen jedoch nicht ausschließen, dass die Ölminister spätestens bei ihrem nächsten Treffen Mitte Dezember oder bereits früher eine Drosselung der Ölförderung beschließen.

Angesichts der Entspannung der internationalen Krisenherde im Nahen Osten und möglicher Verhandlungen im Atomstreit mit dem Iran sind die Preise für Opec-Rohöl in den vergangenen sechs Wochen um rund zehn Dollar auf zuletzt 62,12 Dollar pro Barrel (159 Liter) gefallen. Im internationalen Handel sank der Preis für US-Öl heute zwischenzeitlich unter die Marke von 66 Dollar je Barrel. Die Referenzsorte WTI war mit 65,78 Dollar zeitweilig um 47 Cent billiger als zum Handelsschluss am vergangenen Freitag. Der US-Ölpreis fiel damit auf den niedrigsten Stand sei Anfang April. Der Rekordpreis war Mitte Juli mit 78,40 Dollar erreicht worden. Die Nordseesorte Brent kostete heute im frühen Handel 64,97 Dollar, 36 Cent weniger als am Freitag.

Auch die deutschen Autofahrer können angesichts des Preisverfalls aufatmen. Ein Liter Superbenzin kostete nach Aral-Angaben am Montag im Bundesschnitt 1,25 Euro, ein Liter Diesel 1,12 Euro. Beim Super bedeutet das einen Preisrückgang von vier Cent, bei Diesel von zwei Cent.

mik/AP/dpa/dpa-AFX