Skoda Gewerkschaften drohen erstmals mit Streik
Prag - Seit 14 Verhandlungsrunden sitzen sich die Tarifparteien gegenüber. Vier weitere Verhandlungstage seien noch angesetzt, sagte Skoda-Sprecher Milan Smutny zu SPIEGEL ONLINE. Er sei zuversichtlich, dass man sich auf ein tragbares Ergebnis einigen werde.
Die Kontrahenten haben sich schon aufeinander zu bewegt. Die Gewerkschaften hatten zu Beginn der Verhandlungen 15 Prozent mehr Lohn verlangt - drei Prozent wollte ihnen der Skoda-Vorstand zugestehen. Mittlerweile hätten die Arbeitnehmer ihre Forderung auf zwölf Prozent reduziert, berichten tschechische Medien. Skoda habe seinerseits ein Angebot von zehn Prozent unterbreitet. Ein Arbeiter verdient durchschnittlich 15.000 bis 20.000 Kronen (rund 1000 Mark) im Monat und liegt damit weit über dem Landesdurchschnitt.
Smutny bezeichnete die Streikandrohungen als Verhandlungstaktik. Er wies darauf hin, dass es nach tschechischem Recht verboten sei, in einen Arbeitskampf einzutreten, bevor die Tarifverhandlungen nicht gescheitert und ein eventueller Schlichterspruch abgelehnt wurde.
Skoda beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 24.000 Menschen. Seit Juni 2000 gehört das tschechische Traditionsunternehmen zu 100 Prozent zum Volkswagenkonzern. 1991, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, hatte VW zunächst 30 Prozent erworben und den Anteil später zielstrebig ausgebaut. 1,4 Milliarden Mark wandten die Wolfsburger insgesamt für den Kauf von Skoda auf.