Smart-Desaster: DaimlerChrysler zieht die Notbremse - DER SPIEGEL
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Smart-Desaster DaimlerChrysler zieht die Notbremse

Der Kleinwagen Smart entwickelt sich für DaimlerChrysler zum Milliardengrab. Jetzt will der Stuttgarter Autokonzern seine defizitäre Tochterfirma mit einem harten Sanierungskurs profitabel machen. Hunderte Arbeitsplätze werden gestrichen, mehrere Modellreihen gekippt, Teile von Smart mit Mercedes-Benz verschmolzen.
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Stuttgart - DaimlerChrysler   kündigte am Freitag an, die Kleinstwagen-Marke erhalte ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Mit der neuen Strategie werde Smart auf eine "betriebswirtschaftlich solide Basis" gestellt. Ziel sei es nach wie vor, im Jahr 2007 die schwarze Null zu erreichen.

DaimlerChrysler will in Zukunft wesentliche Aufgaben von Entwicklung, Vertrieb und Service durch Mercedes-Benz abwickeln lassen. Dadurch sollten die Fixkosten bei Smart binnen zwei Jahren um 30 Prozent gesenkt werden. Zudem werden zwei umstrittene Produktreihen beerdigt. Der glücklose Smart Roadster wird zum Jahresende eingestellt. Die Entwicklung des Geländewagens Smart SUV werde nicht weiterverfolgt.

Die 2005 anfallenden Restrukturierungsaufwendungen für Smart würden sich voraussichtlich auf bis zu 1,2 Milliarden Euro belaufen, teilte der Konzern am Freitag mit. Ohne die Sonderbelastungen erwarte DaimlerChrysler nach einem schwächeren ersten und zweiten Quartal für das Gesamtjahr 2005 weiterhin einen leichten Anstieg des Betriebsergebnis. Das voraussichtliche Ergebnis unter Berücksichtigung der Kosten für den Smart-Umbau nannte der Konzern nicht.

Bei Smart wird es zudem einen deutlichen Personalabbau geben. Es soll aber sozialverträgliche Lösungen geben. Gespräche mit dem Betriebsrat sind in den nächsten Monaten geplant. Betroffen dürfte vor allem der smart-Hauptsitz in Böblingen mit der Verwaltung sein. Zudem produziert das Unternehmen im französischen Hambach.

Beobachter reagierten enttäuscht. Das Smart-Sanierungskonzept sei "nicht aggressiv genug", um die Probleme des Konzerns zu lösen. "DaimlerChrysler muss mehr tun", erklärten Analysten der Bank Credit Suisse First Boston (CSFB).