Smart-Krise Großer Bruder muss helfen
Stuttgart - "Damit können wir unser Händlernetz schnell mit wenig Kapitaleinsatz ausbauen", sagte ein Unternehmenssprecher. Mercedes hat über 1000 Händler in Deutschland.
Weltweit gibt es 840 Smart-Händler, im Hauptmarkt Deutschland sind es nur 118. Die jetzt eingeleitete Vertriebskooperation soll die Schwäche beheben.
DaimlerChrysler hatte vor gut einem Monat angekündigt, über eine Neuaufstellung von Smart nachzudenken. Einen Verkauf oder eine Schließung schloss Konzernchef Jürgen Schrempp aber aus.
Daimler-Hickhack: Neue Zweifel an Zukunft des Smart
Finanzvorstand Manfred Gentz hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen Ende Oktober von massiven Problemen bei Smart berichtet. Nach Brancheninformationen wird die Marke in diesem Jahr einen Verlust von bis zu 500 Millionen Euro einfahren. Der neue Smart-Chef Ulrich Walker hatte eingeräumt, dass die Profitabilität des Unternehmens "ungenügend" sei.
Absatzziel reduziert
Der Smart-Sprecher betonte, ein dezidierter Turnaround-Plan existiere für die Marke nicht und sei auch nicht notwendig. Mit gezielten Aktionen im In- und Ausland würden derzeit Vertrieb und Marketing gestärkt. Im Sommer hatte die Unternehmensberatung McKinsey die DaimlerChrysler-Tochter durchleuchtet. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass Smart kein Kosten-, sondern ein Absatzproblem habe.
DaimlerChrysler hat das ursprüngliche Ziel, bereits in diesem Jahr bei Smart die Ertragswende zu schaffen, inzwischen auf 2006 verschoben. Das Absatzziel für dieses Jahr wurde von 180.000 auf etwa 160.000 reduziert. Smart beschäftigt am Hauptsitz in Böblingen 1400 und im französischen Hambach weitere 800 Mitarbeiter.