Smith & Wesson Kuscheldecken vom Waffenfabrikanten
Chicago - "Crossing by Smith & Wesson" nennt das Untenehmen aus Scottsdale, Arizona seinen neuen Katalog, in dem es eine für den legendären Hersteller von Handfeuerwaffen ungewöhnliche Kollektion vorstellt: Cowboy-Hemden für ihn und sie, Cowboy-Hüte, kuschelige Kissen und Decken mit der Aufschrift "Zäun mich nicht ein", auch bunte Ohrringe und Halsketten fehlen nicht im Angebot.
Wandelt sich die Ikone aller waffenbegeisterten US-Amerikaner nun etwa zum braven Hersteller von Bettvorlegern und Kissenbezügen?
Hintergrund der neuen Produktpalette ist der immense Umsatzeinbruch von Smith & Wesson im Kerngeschäft: Im Jahr 2000 verkaufte das Unternehmen in den USA noch gut 960.000 Pistolen. Ein Jahr später waren es bereits über ein Drittel weniger.
Ein Grund für den dramatischen Verkaufsrückgang sind Dutzende von Klagen von US-Städten, die die Hersteller von Magnum, Pumpgun & Co. für die zunehmende Waffengewalt auf ihren Straßen und vor allem an den Schulen verantwortlich machen wollen - natürlich völlig zu Unrecht, wie die Beschuldigten finden.
Deshalb ist der neue Kissen- und Decken-Katalog von Smith & Wesson auch ein erhoffter Image-Gewinn für den Konzern. Die Produkte sollten schließlich den Patriotismus der US-Kunden fördern, denn jedes Teil symbolisiere einen Lebensstil, der tief in den uramerikanischen Werten Freiheit und Unabhängigkeit verwurzelt sei.
Eine Smith & Wesson-Sprecherin: "Eines ist klar: Die Leute kehren in diesen Zeiten zu ihrem Patriotismus zurück, zu Amerikas Wurzeln, und konzentrieren sich auf Heim und Familie." Und die gilt es bekanntlich unter US-Bürgern stets und überall zu verteidigen - womit Smith & Wesson wieder gekonnt den Bogen zu seinem Kernsegment geschlagen hätte: den Waffen.