Software SAP verspricht Comeback
Mannheim - Kagermann sagte auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Mannheim, im Jahr 2000 habe sich SAP grundlegend umstrukturiert und sei erheblich effizienter geworden. "Wir sind überzeugt, damit die Grundlage geschaffen zu haben, mittelfristig wieder unsere alte Bruttoumsatzrendite von circa 25 Prozent zu erreichen", sagte Kagermann. Zugleich hielt er an seiner Prognose fest, dass SAP Umsatz und Ergebnis in den ersten neun Monaten diesen Jahres deutlich steigern werde.
Im vergangenen Jahr hatte SAP ohne Berücksichtigung von Kosten für Mitarbeiterbonusprogramme seine Bruttoumsatzrendite um 1,5 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent gesteigert. Kagermann sagte weiter, das Jahr 2000 sei ein Jahr des Umbaus und der Herausforderungen gewesen. So habe sich das Geschäft vom bisherigen Hauptumsatzträger, dem betriebswirtschaftlichen Softwarepaket R/3, zur Internetplattform mySAP.com verschoben, die sich inzwischen als De-facto-Standard am Markt durchgesetzt habe. Außerdem seien wichtige Vertriebsregionen umstrukturiert und die Effizienz nachhaltig gesteigert worden.
Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich SAP weiterhin optimistisch. SAP nimmt an, dass der wirtschaftliche Abschwung in den USA im Herbst zum Stillstand kommen und in eine beginnende Erholung im vierten Quartal münden werde. Das stärkste Wirtschaftswachstum dürfte es in diesem Jahr in der Euro-Zone geben, während man für die Absatzregion Asien von einer schwachen konjunkturellen Lage in Japan ausgehe, wo gegenwärtig keine Anzeichen einer Besserungen erkennbar seien.
Diese Szenarien hätten natürlich Einfluss auf die IT-Budgets und das Kaufverhalten der Kunden, sagte Kagermann. "Gleichwohl sind wir aber optimistisch für den weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr", ergänzte er.
Kagermann verwies auf die Geschäftsergebnisse im ersten Quartal, in dem der Umsatz um 29 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro zugenommen und sich das Konzernergebnis mehr als verdoppelt habe. Er hielt an der Prognose fest, dass beim Umsatz in den ersten neun Monaten die Wachstumsrate des gesamten Vorjahres von 23 Prozent leicht übertroffen werde. Die operative Rendite ohne Einmalkosten soll den Wert der ersten drei Quartale des Vorjahres von 14 Prozent um ein bis zwei Prozentpunkte übertreffen.
Eine Prognose für das Schlussquartal des Jahres legte Kagermann nicht vor. Das vierte Quartal ist üblicherweise das wichtigste Quartal des Geschäftsjahres von SAP, so dass in den ersten drei Quartalen die Rendite normalerweise deutlich niedriger ist als im Abschlussquartal.
Auf der Hauptversammlung wollte sich SAP die Umwandlung der stimmrechtslosen Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien genehmigen lassen. "Wir kommen damit einem Wunsch vieler Aktionäre nach und verfahren künftig wie alle unserer großen direkten und indirekten Konkurrenten nach dem Prinzip 'one share - one vote'", sagte Kagermann. Außerdem könne dadurch eine mögliche schwächere Gewichtung von SAP im Börsenbarometer Dax im Volumen von rund 35 Prozent vermieden werden. Durch die Umwandlung geben die drei verbliebenen Gründungsaktionäre des Konzerns, darunter Vorstandssprecher Hasso Plattner, die bislang von ihnen kontrollierte Mehrheit von rund 63 Prozent des stimmberechtigten Stammkapitals ab.
Im deutschen Aktienhandel gab der Kurs der SAP-Vorzugsaktie am Vormittag um 4,1 Prozent auf 167,70 Euro nach. Das Börsenbarometer Dax lag zum gleichen Zeitpunkt mit 0,8 Prozent im Minus.