Softwarebranche PeopleSoft feuert seinen Chef
Pleasanton - Zum neuen Unternehmenschef ist der Firmengründer und Verwaltungsratsvorsitzende Dave Duffield ernannt worden. Er hatte PeopleSoft von 1987 bis 1999 als Unternehmenschef geführt und danach das Aufsichtsgremium weiter geleitet. PeopleSoft, der zweitgrößte Unternehmenssoftware-Anbieter nach SAP, verteidigt sich seit geraumer Zeit gegen ein feindliches Übernahmeangebot des amerikanischen Softwarekonzerns Oracle in Höhe von 7,7 Milliarden Dollar. Conway hatte sich vehement gegen die Oracle-Kaufofferten gewehrt.
Oracle ist die Nummer drei der Branche und will durch den PeopleSoft-Kauf zu SAP aufschließen. Oracle hatte kürzlich von einem amerikanischen Richter grünes Licht für eine PeopleSoft-Übernahme erhalten. Der Richter hatte eine Kartellrechtsklage des US-Justizministeriums gegen Oracle in Sachen PeopleSoft zurückgewiesen. Es steht noch eine Entscheidung der Wettbewerbshüter in Brüssel aus.
PeopleSoft-Aktien schossen in New York um mehr als acht Prozent auf 21,45 Dollar in die Höhe. Oracle hat bisher 21 Dollar je PeopleSoft- Aktie offeriert. Alle Entscheidungen im Hinblick auf das Oracle-Angebot seien auf die einstimmigen Empfehlungen des Transaktionsausschusses des Verwaltungsrates hin getroffen worden, erklärte Verwaltungsratsmitglied A. George Battle.
Kevin Parker und Phil Wilmington wurden gemeinsam zu PeopleSoft-Präsidenten ernannt. Parker ist und bleibt Finanzchef. Er wird außerdem für die internen Operationen der Gesellschaft verantwortlich zeichnen. Wilmington wird für die weltweiten Geschäftsoperationen eingesetzt. Er hatte bisher die nord- und südamerikanischen Geschäfte geleitet. Aneel Bhusri, ein Verwaltungsratsmitglied, wurde zum stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt. PeopleSoft gab außerdem bekannt, dass die Lizenzeinnahmen im dritten Quartal mehr als 150 Millionen Dollar erreichen werden.