Softwarekonzern SAP Aktie fällt auf Jahrestief
Walldorf - SAP hat bei Umsatz und Betriebsergebnis zwar zugelegt, mit seinen vorläufigen Zahlen aber die Erwartungen der Analysten und Investoren nicht erfüllen können. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen unterdessen. Die Aktie des DAX-Schwergewichts fiel nach der überraschenden Bekanntgabe der Quartalszahlen um bis zu zehn Prozent auf den tiefsten Stand des Jahres.
"Die Zahlen sind durch die Bank eine Enttäuschung", sagte ein Händler. So lägen die Einnahmen im Softwarebereich deutlich unter den Markterwartungen. Lediglich der bestätigte Ausblick sei positiv zu werten. Dieser könnte auch für eine Kurserholung sorgen. Dagegen beurteilte Analyst Mirko Maier von der Landesbank Baden-Württemberg die Zahlen als durchwachsen und hielt die Reaktion des Aktienkurses auf die Zahlen für "etwas übertrieben".
Der viel beachtete Erlös aus dem Verkauf von Softwarelizenzen sei um acht Prozent auf 621 Millionen Euro gestiegen, teilte das im EuroSTOXX 50 notierte Unternehmen mit. Experten hatten mit einem Anstieg von 13 Prozent auf 675 Millionen Euro gerechnet. Im Gesamtjahr rechnet SAP beim Lizenzumsatz weiter mit einem Plus zwischen 15 und 17 Prozent. Der Gesamtumsatz legte im zweiten Quartal um neun Prozent auf 2,2 (Prognose: 2,29) Milliarden Euro zu.
Das Proforma-Betriebsergnis sei in den drei Monaten zwischen April und Juni um 13 Prozent auf 558 Millionen Euro gestiegen und blieb damit ebenfalls hinter der Analystenprognose zurück. Die Experten hatten hier mit einem Plus von 15 Prozent auf 572 Millionen Euro gerechnet. Die operative Proforma-Marge sei auf 25,4 (Vorjahr: 24,6) Prozent geklettert. Hier rechnet SAP 2006 weiter mit einem Wert zwischen 28,8 und 29,3 Prozent.
Der Gewinn je Aktie ohne Sonderposten sei im zweiten Quartal um 38 Prozent auf 1,41 Euro gestiegen. Hier geht SAP im Gesamtjahr weiter von einem Anstieg auf 5,80 bis 6,00 (2005: 5,01) Euro aus. "Mit dem Ergebnis für das erste Halbjahr 2006 sind wir im Rahmen unserer Erwartungen für das Wachstum des Produktumsatzes, den Anstieg der Pro-forma-operativen-Marge und den Anstieg des Proforma-Ergebnis je Aktie", sagte SAP-Chef Henning Kagermann.
"Der Auftragseingang ist stark und unsere Auftragspipeline ist gut gefüllt", sagte er. "Wir bringen neue Produkte wie geplant auf den Markt und die Nachfrage nach Produkten wie mySAP ERP 2005, Duet und SAP Analytics ist groß." Im zweiten Quartal blieb SAP beim Lizenzerlös vor allem in den USA trotz eines 16-prozentigen Anstiegs auf 201 Millionen Euro hinter den Prognosen der Experten zurück. Auch in Europa fiel das Wachstum mit drei Prozent auf 296 Millionen Euro geringer aus als prognostiziert.
tim/dpa-AFX/ddp