Solarunternehmen: Conergy-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein - DER SPIEGEL
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Solarunternehmen Conergy-Aktie bricht nach Gewinnwarnung ein

Bis zu 30 Prozent Kursverlust: Europas größtes Solarunternehmen Conergy hat heute mit einer Gewinnwarnung seine Anleger schockiert. Noch vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen seine Jahresziele bekräftigt - jetzt setzen Analysten das Papier auf "Sell".
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Hamburg/Frankfurt am Main - Das Papier von Conergy   verlor zu Handelsbeginn schlagartig rund 30 Prozent an Wert. Wegen Lieferverzögerungen bei Modulen und hoher Personalkosten sei die Gewinnentwicklung "unbefriedigend", hatte der Systemanbieter für die Gewinnung erneuerbarer Energien durch Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie zuvor in Hamburg mitgeteilt. Daher werde im Gesamtjahr ein Verlust erwartet.

Nachdem im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 752 Millionen Euro noch ein Gewinn von 30 Millionen Euro erzielt worden war, fiel in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei einem Umsatz von 641 Millionen Euro ein Verlust von 8,8 Millionen Euro an. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen unter dem Strich ebenfalls mit einem Verlust, da zwar mit einem operativen Ergebnis (Ebit) von 40 Millionen Euro gerechnet werde, dies aber mit Risiken von bis zu 50 Millionen Euro belastet sei.

Beim Umsatz rechnet der Konzern für 2007 nun mit einem Plus von 33 Prozent auf über 1,0 Milliarden Euro, nachdem im Halbjahresbericht noch ein Erlös von 1,25 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden war. Angaben zu Umsatz und Ergebnis will das Unternehmen erst nach Abschluss dieses Jahres aktualisieren.

Der Kurseinbruch drückte auch den TecDax   überdurchschnittlich stark ins Minus: Der Index-Barometer für Technologiewerte verlor am Vormittag 1,24 Prozent auf 987,76 Zähler. Auch andere Solarunternehmen wie Solarworld  , Ersol   und Solon   verzeichneten im Sog von Conergy deutliche Kursverluste.

Nicht zuletzt weil das Unternehmen seine Jahresziele in den vergangenen Wochen noch mehrmals bekräftigt hatte, zeigten sich Analysten entsetzt. "Das Ausmaß der Gewinnwarnung ist zwar nachvollziehbar, da Conergy im laufenden Jahr die Mitarbeiterzahl und andere Fixkosten stark ausgedehnt hat. Es wirft jedoch auch Fragen nach den internen Controlling- und Managementstrukturen auf. So gesehen ist diese Gewinnwarnung besonders schwerwiegend", urteilte LBBW-Analyst Stephan Droxner. Er will seine Anlageempfehlung für die Aktie, die derzeit noch bei "Kaufen" liegt, grundlegend überarbeiten.

"Die Zahlen sind sehr negativ", urteilte auch Philipp Bumm vom Bankhaus Cheuvreux und riet zum Verkauf. Ähnlich äußerten sich auch andere Analysten. "Ich habe schon schlechte Zahlen erwartet, aber nicht in dem Ausmaß", sagte Analyst Karsten von Blumenthal von SES Research. Daher erwäge er, das Papier auf "Verkaufen" von bislang "Halten" abzustufen. Die Commerzbank hatte zuvor den Titel bereits von "Buy" auf "Sell" abgestuft.

sto/ddp/dpa-AFX/Reuters

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