Sommer-Chaos Telekom droht eigenem Aufsichtsrat mit Klage
Bonn - Die Telekom hat von ihrem Aufsichtsratsmitglied Walter ultimativ eine Klarstellung von Äußerungen verlangt, mit denen der frühere Dresdner-Bank-Vorstand in Zeitungen zitiert wird. Wie aus Unternehmenskreisen am Donnerstag verlautete, wurde Walter von den Anwälten des Unternehmens aufgefordert, bis 18.30 Uhr verbindlich zu erklären, dass bestimmte Aussagen nie gefallen seien.
Es geht den Angaben zufolge um angebliche Mitteilungen Walters an den Finanzstaatssekretär Manfred Overhaus. Walter soll Berichten zufolge von einer Schieflage des Unternehmens Telekom gesprochen, weiteren Abwertungsbedarf bei den Immobilien festgestellt und erklärt haben, die Dresdner Bank weigere sich, die Unternehmensstrategie weiter mitzutragen. Zudem habe Walter die Ablösung von Telekom-Chef Ron Sommer gefordert und Zweifel an dessen Vier-Säulen-Geschäftskonzept geäußert.
Diese Äußerungen an ein Nicht-Mitglied des Aufsichtsrates verletzten die Treuepflicht gegenüber dem Unternehmen und seien "in höchstem Maße geschäftsschädigend", hieß es. Die Telekom fordere von Walter eine Richtigstellung. Der Banker müsse "verbindlich erklären, dass er ein solches Gespräch mit Overhaus nie getätigt" habe. Auch müsse er durch eine Presseerklärung und andere Schritte in den Medien klarmachen, dass diese Aussagen nicht existierten.