Sonera: Millionen Telekom-Aktien werden verkauft - DER SPIEGEL
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Sonera Millionen Telekom-Aktien werden verkauft

Die finnische Telekom-Konzern Sonera kann sich das teure UMTS-Abenteuer nicht mehr leisten. Der Konzern ist in die roten Zahlen gerutscht und trennt sich nun von allem, was nicht zum Kerngeschäft gehört.
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Helsinki - Sonera will seine Investitionen für den neuen Mobilfunkstandard der dritten Generation auf ein Minimum reduzieren. Dies kündigte der Konzern, der gemeinsam mit der spanischen Telefonica Moviles   im Konsortium Group 3G eine Mobilfunklizenz in Deutschland ersteigert hat, am Montag in Helsinki an.

Um den Schuldenberg zu reduzieren, werde Sonera   sich auf den heimischen Markt konzentrieren und alle nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteile verkaufen, sagte Sonera-Chef Harri Koponen. Das Unternehmen wolle seinen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in der Service-Sparte auf 40 Millionen Euro im Jahr 2002 drosseln. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten unrentable Geschäftsbereiche notfalls geschlossen werden. Zudem werde Sonera sein Paket mit 38,6 Millionen Telekom-Aktien verkaufen, will dabei aber laut einer Presseerklärung "die Lock-up-Verpflichtungen in seine Überlegungen mit einbeziehen." Die Finnen hatten trotz eines vertraglich festgeschriebenen Verkaufsverbots ihrer Anteile bereits im August versucht, heimlich T-Aktien abzustoßen.

Neue Aktien sollen Geld bringen

Die Einsparungen und Desinvestitionen dürften allerdings nicht ausreichen, die Schulden des Unternehmens abzutragen. Sonera will deshalb sein Eigenkapital um eine Milliarde Euro aufstocken. Der Vorstand hat bereits eine außerordentliche Hauptversammlung für den 9. November einberufen, auf der über die Ausgabe 7,43 Millionen neuer Aktien entschieden werden soll.

Soneras Hauptaktionär, der finnische Staat, habe bereits sein Einverständnis mit der Kapitalerhöhung erklärt, so das Unternehmen. Der Zeichnungspreis für die neuen Aktien soll während der Hauptversammlung festgelegt werden. Der Vorstand müsse zudem noch klären, ob alle neuen Aktien oder nur ein Teil davon auf den Markt kommen sollen.

Rote Zahlen im laufenden Geschäftsjahr

Sonera ist tief in die Verlustzone gerutscht. Im dritten Quartal fiel ein Verlust vor Steuern und Sonderposten in Höhe von 352 Millionen Euro an. Im Jahr zuvor hatte Sonera noch einen Gewinn von 781 Millionen Euro erwirtschaftet.

Der Konzern erklärte die Diskrepanz unter anderem mit der Börsenschwäche der T-Aktien im zweiten Quartal. Die Telekom-Beteiligung habe mit 366 Millionen Euro das Ergebnis belastet.

Analysten hatten mit einem Quartalsverlust von 47 bis 140 Millionen Euro gerechnet. Der Verlust je Aktie betrug 0,44 Euro nach 1,00 Euro im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich in Jahresfrist um acht Prozent auf 549 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet Sonera eine "leicht bessere Profitabilität", die über den bisherigen Prognosen liegen soll. 2002 soll das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um ein Drittel über dem Niveau von 2001 liegen.