Sozialer Ausgleich
Finanzminister Karl Schiller mußte von einer »sympathischen Lösung« (Schiller) Abschied nehmen, mit der er die von ihm geplante Mehrwertsteuererhöhung um ein Prozent im nächstenjahr »sozial austarieren« wollte: Als Ausgleich für die unpopuläre Steuer-Erhöhung wollte er darauf verzichten, die Sozialversicherungsbeiträge -- wie bereits per Gesetz festgelegt -- von 17 auf 18 Prozent zu erhöhen. Obwohl Schiller zunächst versichert hatte, das ungewöhnliche Junktim sei mit Arbeitsminister Walter Arendt abgesprochen, zog der Kabinetts-Alleingänger nach einer Intervention des Arendt-Staatssekretärs Herbert Ehrenberg seinen Versicherungs-Plan wieder zurück. Schiller hatte im Eifer übersehen, daß sein sozialer Ausgleich zu Lasten der Rentner gegangen wäre: Sie hätten die Steuererhöhung mittragen und gleichzeitig auch noch geringere Rentenerhöhungen in Kauf nehmen müssen.