200 Millionen ohne Job - DER SPIEGEL
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Prognose für 2017 Weltweit steigt die Arbeitslosigkeit

Auf der Welt suchen wieder mehr als 200 Millionen Menschen einen Job. Das sagt die Internationale Arbeitsorganisation für 2017 voraus. Doch auch viele mit Arbeit können von ihrem Einkommen nicht leben.
Arbeitslose in Griechenland
Arbeitslose in Griechenland

Arbeitslose in Griechenland

Foto: Alkis Konstantinidis/ picture alliance / dpa
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Die Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit auf der Welt in diesem Jahr steigt. Konkret sollen 3,4 Millionen Menschen mehr einen Job suchen als noch im Jahr 2016. Damit würde die Zahl der Arbeitslosen erneut auf mehr als 200 Millionen steigen - wie zuletzt 2014. Die Arbeitslosenquote soll von 5,7 auf 5,8 Prozent steigen.

Das geht aus einer ILO-Studie hervor , bei der Daten von Regierungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern aus 187 Ländern berücksichtigt wurden. Für 2018 werden 2,7 Millionen neue Arbeitslose erwartet. Der Grund: Die Zahl der Erwerbstätigen wächst stärker, als die Zahl neuer Jobs.

"Das ökonomische Wachstum bleibt enttäuschend", sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. "Das zeichnet ein besorgniserregendes Bild für die globale Wirtschaft und ihre Fähigkeit, für genügend Jobs zu sorgen."

Laut ILO werden sich die Arbeitslosenzahlen 2017 vor allem in Lateinamerika erhöhen. In Europa und den USA soll die Arbeitslosigkeit dagegen sinken, jedoch nur langsam und ungleichmäßig. Denn in diesen Regionen werde Langzeitarbeitslosigkeit zunehmend zum Problem. Fast die Hälfte der Arbeitslosen in Europa sucht seit mehr als sechs Monaten erfolglos einem Job, in den USA ist es immerhin jeder Vierte.

Arm trotz Job

Doch selbst die, die Arbeit haben, sind vor Armut nicht gefeit. Laut einer weiteren Studie der ILO  sind die weltweiten Reallöhne 2015 langsamer gewachsen als in den vier Jahren davor. Zwar konnten sich die Menschen in den Industrieländern wie Deutschland und den USA durch steigende Reallöhne im Schnitt mehr leisten als zuvor. Doch das Wachstum reichte nicht aus, um sinkende Reallöhne anderswo auszugleichen.

Die Zahl der Menschen, die zwar arbeiten, aber unter Armut leiden, bleibt weltweit hoch. Mehr als 776 Millionen Menschen gelten nach den Kriterien der ILO als arm, obwohl sie arbeiten. In Südasien sind die Hälfte aller Arbeiter betroffen. In Gebieten der Südsahara in Afrika sind es sogar zwei Drittel.

koe