Winterflaute Arbeitslosenzahl steigt auf 2,568 Millionen
Agentur für Arbeit in Ludwigsburg
Foto: Thomas Kienzle/ APDie Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Dezember auf 2,568 Millionen gestiegen, die Arbeitslosenquote legte auf 5,8 Prozent zu. Insgesamt seien im Dezember 36.000 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet gewesen als im November, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Jedoch waren es 113.000 weniger als vor einem Jahr.
Die offizielle Zahl gibt allerdings nicht die tatsächliche Größe der Arbeitslosigkeit wieder. So sind, wenn man etwa Arbeitslose in Beschäftigungsmaßnahmen oder arbeitsunfähig Erkrankte mitrechnet, im Dezember 3,57 Millionen Menschen ohne Job gewesen. Diese sogenannte Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr um 40.685 gestiegen. Grund dafür waren der Bundesagentur zufolge, dass insbesondere mehr geflüchtete Menschen in Beschäftigungsmaßnahmen waren.
Insgesamt hat der Arbeitsmarkt in Deutschland 2016 das beste Jahr seit einem Vierteljahrhundert erlebt. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahresdurchschnitt erstmals seit 1991 unter die Marke von 2,7 Millionen. Die Bundesagentur schloss das Jahr mit einem Überschuss von 5,4 Milliarden Euro ab.
"Die gute Entwicklung bei der Arbeitslosigkeit hat sich zum Jahresende fortgesetzt", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Der lange Zeit kräftige Beschäftigungsaufbau hat sich seit den Sommermonaten zwar spürbar abgeschwächt, die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich aber weiter auf sehr hohem Niveau."
Die steigende Arbeitslosigkeit im Dezember hat nach der Einschätzung von Ökonomen zum größten Teil jahreszeitliche Gründe: Im Dezember werden in der Regel die ersten Vorboten der sogenannten Winterarbeitslosigkeit spürbar. Witterungsbedingt verlieren zum Jahresende Tausende Beschäftigte in Außenberufen - wie auf dem Bau oder in Gärtnereien - ihre Arbeit und melden sich den Winter über arbeitslos.