Arbeitslosigkeit sinkt im Juni auf 2.833.000 - DER SPIEGEL
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Aufschwung am Jobmarkt Arbeitslosigkeit sinkt auf 2,83 Millionen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich leicht verbessert. Im Juni waren 2.833.000 Millionen Männer und Frauen ohne Anstellung. Insgesamt verliert der Aufschwung am Jobmarkt jedoch an Dynamik.
Baustelle in Hamburg: Frühjahrsbelebung abgeschwächt
Baustelle in Hamburg: Frühjahrsbelebung abgeschwächt

Baustelle in Hamburg: Frühjahrsbelebung abgeschwächt

Foto: Marcus Brandt / dpa
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Hamburg - Der Abbau der Arbeitslosigkeit geht voran, verliert aber an Dynamik: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni um 49.000 auf 2.833.000 gesunken. Das sind 32.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte.

Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise sagte: "Zum Ende der Frühjahrsbelebung im Juni ist die Zahl der arbeitslosen Menschen weiter zurückgegangen; als Spätfolge des milden Winters aber etwas schwächer als üblich."

Experten sehen mehrere Gründe für die sinkende Dynamik am Jobmarkt. Die Auswirkungen der Konjunktur auf den Arbeitsmarkt seien derzeit nicht besonders kräftig, erläuterte Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut. "Wir sind auf einem so hohen Niveau, dass wir stark fallende Arbeitslosenzahlen wohl nicht mehr zu erwarten haben", sagte Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank.

"Insgesamt haben wir nach wie vor einen sehr robusten Arbeitsmarkt", betonte Rolf Schneider von der Allianz. Der nachlassende Schwung der Konjunktur dürfte sich jedoch in den kommenden Monaten auf die Schaffung neuer Stellen auswirken. "Der sehr kräftige Beschäftigungsanstieg wird sich wahrscheinlich abschwächen, weil die Konjunktur im zweiten und dritten Quartal nicht mehr ganz so kräftig ist wie zu Jahresanfang."

Schwächelnde Industrie

Die Bundesagentur betonte: "Die anhaltende positive wirtschaftliche Grundstimmung und die an sich optimistischen Einschätzungen der Unternehmen lassen auch für die kommenden Monate einen hohen Kräftebedarf erwarten." Auch die ausgesprochen hohe Beschäftigung sorge dafür, dass die Unternehmen viele Mitarbeiter suchten, weil durch Arbeitsplatzwechsel immer wieder Stellen nachbesetzt werden müssen.

Die deutsche Industrie wächst derzeit so langsam wie seit acht Monaten nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel im Mai um 0,3 auf 52,0 Punkte, wie das Markit-Institut in einer Umfrage unter 500 Unternehmen mitteilte. Viele Firmen hätten das Produktionsniveau jüngst an die nachlassende Dynamik bei den Aufträgen anpassen müssen, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Das Exportwachstum flachte merklich ab. "Dies weist darauf hin, dass der verhältnismäßig starke Euro die Exportgeschäfte derzeit belastet und sich auch in den kommenden Monaten negativ auf die Auslandsnachfrage auswirken könnte", sagte Kolodseike.

Auch im Euroraum ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück, wenn auch von einem weit höheren Niveau aus als in Deutschland. Zwar lag die Arbeitslosenquote im Mai wie im Vormonat bei 11,6 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Verglichen mit einem Jahr zuvor ergibt sich jedoch ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte.

Die geringste Arbeitslosigkeit gibt es zurzeit in Österreich und Deutschland. Am schwierigsten ist die Lage nach wie vor in Griechenland und Spanien. Dort ist auch die Jugendarbeitslosigkeit am höchsten.

ssu/dpa